Weitere Anklage gegen TV-Boss Vladimir Zelezny

Vladimir Zelezny nach dem Verhör (Foto: CTK)

Letzten Montag hat der Direktor des privaten Fernsehsenders NOVA, Vladimír Zelezný, 12 Stunden auf der Polizeistation verbracht. Jedoch kurz vor Mitternacht ist er bereits aus der Haft wieder entlassen worden. Weitere Informationen von Markéta Maurová.

Vladimir Zelezny nach dem Verhör (Foto: CTK)
Die Polizei hat am Montag den TV-Direktor Zelezny erneut verhaftet. Grund dafür sind diesmal verdächtigte Überschreibungen von Grundstücken und Häusern aus Zeleznys Besitz. Ein Paar Tage, nachdem sein ehemaliger Partner, die Firma CME die Eröffnung eines Arbitrageverfahrens gegen Zelezny angekündigt hatte, begann er, sein Vermögen zu überschreiben. Der Besitz wurde auf verschiedene Gesellschaften übertragen, in deren Vorstand Zeleznys Juristen stehen. Nach dem Gerichtsspruch, der Gesellschaft CME eine Milliarde Kronen bezahlen zu müssen, konnte er den Gläubiger nicht auszahlen. Aus diesem Grund wurde Zelezny am Montag etwa 12 Stunden verhört:

"Der Angeklagte, Dr. Zelezny, wurde gegen 23 Uhr entlassen, weil es keine Gründe mehr für die Inhaftierung gab. Dank der schnellen Arbeit der Polizei, die während des gesamten Tages die Verhöre der Mitangeklagten sowie Materialien für ein Strafverfahren sichergestellt hatte," sagte die Sprecherin Sona Jindrakova dem Tschechischen Rundfunk.

Der Direktor ist frei, seine Juristen haben jedoch die Nacht in der U-Haft verbracht. Zelezny und seine drei Mitarbeiter werden wegen des Betruges an seinem Gläubiger angeklagt. Bereits in den vergangenen Monaten wurde der Fernsehdirektor eines ähnlichen Versuchs sowie der Steuerhinterziehung beschuldigt.

Nach seinen engen Beziehungen zu Zelezny wurde dieser Tage in einem offenen Brief von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses und der ODS, Václav Klaus, gefragt. Man wollte wissen, ob es richtig ist, wenn der Abgeordnetenchef seine Unterstützung einer Person demonstriert, deren Tätigkeit so weitgehend ermittelt wird. Klaus bezeichnete den Brief als ein politisches Spiel und eine Kampagne gegen seine Person. Gefragt nach einem Vertrag zwischen ihm und dem Sender antwortete er: Der Vertrag beinhaltete nur Vereinbarungen über die Ausstrahlung einer Entschuldigung wegen einer lügenhaften Reportage über ihn und keine geheimnisvollen Bestimmungen, aus denen irgendwelche Verpflichtungen des Nova-Senders gegenüber ihn folgen würden. Sein persönliches Treffen mit Zelezny nach dessen Entlassung aus der Haft im November letzten Jahres hält er für "richtig und menschlich fair".