Wirtschafts-Wochenrückblick: 04. Juni bis 10. Juni

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Die Wirtschaftsthemen dieser Woche drehten sich um die Geldpolitik, um Investitionen, aber auch um die sich bessernde allgemeine Wirtschaftslage in Tschechien, wo einzelne Firmen und Branchen positive Zahlen meldeten. Einzelheiten dazu im Wirtschafts-Czech vom 04. bis zum 10. Juni.

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Trotz des zurückgegangenen Haushaltsdefizits erfüllt die Tschechische Republik noch immer nicht alle Kriterien zur Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung Euro. Das geht aus einem Bericht zur Euro-Reife der EU-Länder hervor, der am Mittwoch in Brüssel veröffentlicht wurde. Die tschechische Gesetzgebung zur Zentralbank und zu ihrer Unabhängigkeit stimme dabei nicht in Gänze mit dem europäischen Recht überein. Außerdem sei Tschechien bislang nicht in den sogenannten Wechselkursmechanismus II eingebunden. Außerdem lag die durchschnittliche Inflationsrate in den zwölf Monaten vor April 2014 bei 0,9 Prozent und damit weit unter dem Referenzwert von 1,7 Prozent.


Tomáš Holub (Foto: Archiv der Tschechischen Nationalbank)
Die Inflation war auch Thema der Wirtschaftsmeldung zu Beginn dieser Woche. Am Montag kam nämlich die Nachricht, dass die Teuerungsrate allmählich wieder steigen soll. Im Mai war die Inflationsrate im Jahresvergleich noch um 0,2 Prozentpunkte niedriger als sie laut Prognose der Tschechischen Nationalbank (ČNB) erwartet wurde: Sie betrug 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Monat April, in dem die Preise im Schnitt nur um 0,1 Prozent gestiegen sind, zeigt der Trend indes eindeutig nach oben, informierte der Direktor der Sektion für Währungsfragen und Statistiken bei der Zentralbank, Tomáš Holub. Für das gesamte Jahr 2014 rechnet die Zentralbank mit durchschnittlich 0,8 Prozent, was der geringste Zuwachs im Vergleich zu den zurückliegenden zehn Jahren wäre. Im kommenden Jahr aber soll die Inflationsrate bereits bei 2,2 Prozent liegen, dieser Wert liegt knapp über der Zielmarke der Zentralbank, die auf zwei Prozent festgelegt wurde.


Indes entdecken die Unternehmer hierzulande seit Neuestem Rumänien als interessantes Ziel. Mittlerweile sind rund 700 Firmen aus Tschechien auf dem Markt des Balkanstaates tätig. Dies sind doppelt so viele wie 2007, als Rumänien der EU beitrat. Die Regierung in Bukarest spricht von einer Wirtschaftsbelebung und lockt weitere Investoren ins Land. Beispielsweise möchte die ostböhmische Firma Forez expandieren. Sie stellt Formteile aus Kunststoff und Metall für die Automobilindustrie her und sucht zurzeit nach einem Ort in Rumänien für den Bau einer Produktionshalle. Die Halle soll binnen drei Jahren errichtet werden, rund 250 Arbeiter könnten dann in dem Werk beschäftigt sein.


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Auch die Baubranche, hart getroffen von der Wirtschaftskrise und schon längere Zeit mit Problemen, meldet positive Signale. Im April legte der Bausektor um 8,0 Prozent zu. Wirtschaftsanalytiker rechnen auch für die restlichen Monate des Jahres mit schwarzen Zahlen. Doch ohne staatliche Investitionen in die Infrastruktur gehe es auf längere Zeit nicht, meinen die Fachleute. Für das Bauwesen sind der Staat beziehungsweise der öffentliche Sektor die größten Auftraggeber. In der Branche zeigt man sich aber optimistisch. Es gebe bereits einige Versprechen öffentlicher Auftraggeber, sagte der Chef des Verbandes tschechischer Bauunternehmer, Václav Matyáš. Diese beträfen vor allem das Verkehrswesen.


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Ebenfalls Erfolge meldete am Dienstag die Stahlbranche. Die größte tschechische Stahlfirma, Třinecké železárny (TŽ), konnte im Jahr 2013 einen Gewinn von 1082 Milliarden Kronen (40 Millionen Euro) erwirtschaften, dass sind 289 Millionen Kronen (10 Millionen) mehr als noch im Jahr 2012. Verantwortlich für das positive Ergebnis sei die zunehmend anziehende Wirtschaft in Europa, vor allem in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Die Firma Třinecké železárny produziert 50 Prozent des in Tschechien hergestellten Stahls und dominiert den heimischen Markt.