Wirtschafts-Wochenrückblick: 1. bis 7. Oktober

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Die tschechische Wirtschaft wächst weiter, die Tschechen kaufen auch wieder mehr Autos, trinken aber inzwischen etwas weniger Bier. Dies sind nur einige der Wirtschaftsthemen, über die in den vergangenen Tagen berichtet wurde. Die Informationen dazu sind im aktuellen WirtschaftsCzech zusammengefasst, es sind Meldungen vom 1. Oktober bis 7. Oktober 2014.

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Die Wirtschaft des Landes legt weiter zu. Im zweiten Quartal dieses Jahres stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal und um 2,5 Prozent im Jahresvergleich. Den vorausgegangenen Prognosen zufolge aber hat sich nur der Zuwachs im Vierteljahresvergleich verbessert, gab das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Donnerstag bekannt. Nach Einschätzung der Statistiker hätte die tschechische Wirtschaft zum 30. Juni einen Zuwachs von 2,7 Prozent im Jahresvergleich sowie einen stagnierenden Wert im Quartalsvergleich erzielen sollen.

Die jetzt vorgelegten Zahlen wurden nach einer Revision des BIP errechnet. In diese Berechnung wurden neue europäische Standards einbezogen. Am Gesamtbild über die Wirtschaftsentwicklung der Tschechischen Republik aber würde sich dadurch nichts Wesentliches ändern, betonen die Analysten.


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In der Tschechischen Republik werden wieder mehr Autos gekauft. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres ist der Pkw-Verkauf im Jahresvergleich um fast 18 Prozent auf 141.470 Neuwagen gestiegen. Für den Monat September wurde sogar ein Zuwachs von mehr als 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr registriert. Der Anstieg beim Kauf von Neuwagen im Inland war damit um mehr als das Doppelte so hoch wie beim gesamten Pkw-Verkauf in Europa. Das gaben Vertreter des tschechischen Verbandes der Automobilimporteure am Montag auf einer Pressekonferenz in Prag bekannt.

Foto: Archiv Škoda Auto
Die meistverkaufte Automarke in Tschechien ist der Škoda – 42.757 verkaufte Fahrzeuge der Autobauer aus Mladá Boleslav / Jungbunzlau bedeuten einen Zuwachs von 18 Prozent. Damit besitzt Škoda im eigenen Land einen Marktanteil von 30,2 Prozent. Auf den zweiten Platz verbesserte sich die Marke Hyundai mit 13.804 verkauften Wagen, demgegenüber rutschte Volkswagen mit dem Absatz von 13.358 Autos auf Platz drei ab.


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Die Bierproduktion in Tschechien ist von Jahresbeginn bis Ende August um ein Prozent zurückgegangen. Dies teilte der Verband tschechischer Bierbrauereien und Mälzereien am vergangenen Mittwoch mit.

Die Brauereien produzierten in den ersten acht Monaten dieses Jahres rund 73.000 Hektoliter Bier weniger als im Vorjahr. Die Nachfrage in Tschechien sowie der Bierexport sanken beide um ein Prozent. Auf dem tschechischen Markt wurden um fast 50.000 Hektoliter Bier weniger als im Vorjahr verkauft. Der Export ging um 23.000 Hektoliter Bier zurück. Wie der Präsident des Verbandes tschechischer Bierbrauereien und Mälzereien František Šámal erklärte, hätten sich das instabile Wetter mit den starken Temperaturschwankungen im Juli und August negativ auf den Bierkonsum ausgewirkt.


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Die Preise für Äpfel aus Tschechien sind im Vergleich zum Vorjahr um 20 bis 30 Prozent gesunken. Der Grund sind die Russland-Sanktionen sowie die hohen Ernteerträge in Europa.

Die Obstbauern befürchten nun, dass ihnen das Geld für Investitionen und den Betrieb ihrer Unternehmen fehlt. Dies teilte der Präsident des tschechischen Verbandes der Obstbauern, Martin Ludvík, mit. Den Schätzungen vom September zufolge liegt das Ergebnis der Apfelernte in Tschechien in diesem Jahr um etwa zwei Prozent höher als 2013. Der Gesamtertrag dürfte 123.000 Tonnen erreichen.


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Im Jahr 2040 werden die tschechischen Haushalte vor allem Energie aus Gas und Biomasse nutzen, Braunkohle soll hingegen praktisch keine Rolle mehr spielen. Dies geht aus dem Energiekonzept hervor, das derzeit vom Ministerium für Industrie und Handel ausgearbeitet wird und der Presseagentur ČTK vorliegt. Das Konzept muss allerdings noch von den weiteren Ressorts begutachtet werden, bevor es Ende des Jahres in die Kabinettssitzung eingebracht werden kann.

Erdgas ist derzeit Energielieferant und Heizmittel Nummer eins für die Haushalte. Laut des neuen Konzepts soll der Anteil indes bis 2040 sinken. Im Jahr 2010 verbrauchten die Tschechen 96,9 Petajoule an Gas, der Wert soll aber im Zieljahr nur noch bei 73,7 Petajoule liegen. Braunkohle dürfte hingegen fast komplett verdrängt werden: von 21,1 Petajoule auf 1,8 Petajoule.

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Als wichtigste Energielieferanten sind Biomasse, Sonnenkollektoren und Wärmepumpen vorgesehen. Wirtschaftsanalytiker haben jedoch Zweifel, ob sich die Haushalte eine Umstellung werden leisten können.