Zelezny's Schulden-Tilgungs-Plan

Vladimir Zelezny (Foto: CTK)

Der Direktor und ehemalige Eigentümer des privaten Fernsehsenders TV Nova, Vladimir Zelezny, steckt seit einiger Zeit in der Bredouille. Gegen ihn wird polizeilich ermittelt, weil er der Veruntreuung von Geldern beschuldigt wird. Jetzt hat Zelezny einen Plan ausgeklügelt, sich seiner Sorgen mit der Polizei und seinen Gläubigern auf einen Schlag zu entledigen. Silja Schultheis mit näheren Einzelheiten.

Vladimir Zelezny (Foto: CTK)
Der Fall Zelezny ist verzwickt. Begonnen hat alles damit, dass Zelezny den Privatfernsehsender TV Nova zunächst mit Hilfe von amerikanischen Investoren hochzog und diesen dann in der Folge die Sendelizenz streitig machte. Er lieh sich Geld, um seinen Sender auf eigene Faust über die Gesellschaft CET 21 zu betreiben, woraufhin die amerikanischen Investoren 1999 ein erstes internationales Arbitrageverfahren einberiefen. In der Folge wurde Zelezny die alleinige Sendelizenz zugesprochen, gleichzeitig wurde er jedoch verpflichtet, die ehemaligen amerikanischen Investoren mit 1 Milliarde Kronen (rund 30 Mio Euro) zu entschädigen. Genau das aber hat Zelezny bis heute nicht getan und wird daher des Betrugs an seinen Gläubigern beschuldigt.

Am Dienstag nun trat der in internationalen Medienkreisen auch als "Tschechischer Berlusconi" bezeichnete Medienmogul mit folgendem Plan an die Öffentlichkeit: Er wolle seinen verbliebenen Anteil von 11% am jetzigen Inhaber der NOVA-Sendelizenz, der Gesellschaft CET 21, an die MEF-Holding verkaufen, die bereits den Mehrheitsanteil an CET 21 hält. Von dem Erlös wolle er seine Schulden gegenüber seinem ehemaligen amerikanischen Partner, der Gesellschaft CME, begleichen.

Bislang ist jedoch noch nicht klar, ob die Amerikaner sich auf den Plan Zelezny's einlassen. Denn, so erklärte CME-Pressesprecher Michal Donath:

Donath: "Bislang hat CME kein Angebot erhalten."

Vladimir Zelezny (Foto: CTK)
Donath fügte hinzu, er halte es für merkwürdig, zuerst die Öffentlichkeit und erst danach den potentiellen Geschäftspartner zu informieren. Ferner erinnerte er daran, dass Zelezny laut dem Urteil der Amsterdamer Arbitrage bereits im Februar vergangenen Jahres seine Schulden bei CME hätte begleichen müssen, dies jedoch bis heute nicht getan hätte. Zelezny schuldet CME inzwischen inklusive Zinsen rund 28 Millionen US-Dollar.

Sollte Zeleznys Schulden-Tilgungs-Plan aufgehen, gäbe es künftig eine neue Schlüsselfigur für den Fernsehsender TV Nova, dem übrigens am Dienstag vom Rundfunk- und Fernsehrat die Verlängerung seiner Sendelizenz bis zum Jahr 2017 bekannt gegeben wurde. Der neue mächtigste Mann des Senders hieße dann Jiri Smejc, Inhaber der MEF-Holding, die nach dem Verkauf der Zelezny-Anteile den größten Anteil an dem Privatsender hätte.