Zoologenkonferenz in Prag

Wolf (foto: Bernard Landgraf, Creative Commons 3.0)

Vertreter Zoologischer Gärten in Europa tagten vergangene Woche in Prag. Im Mittelpunkt des 18. Jahrgangs der Konferenz der Europäischen Assoziation zoologischer Gärten und Aquarien, kurz EAZA, steht die Zucht bedrohter Tierarten, zu denen unter anderem Gorillas, Papageien, Nashörner und einige Pelikan- und Bärenarten rund um den Erdball gehören. Mehr dazu von Daniel Satra.

Wolf (foto: Bernard Landgraf, Creative Commons 3.0)
400 Konferenzteilnehmer aus 35 Ländern nahmen an Diskussionen rund um Zoo, Naturschutz und Tierwelt teil. Laut Petr Fejk, Direktor des zoologischen Gartens Prag, ist diese Form internationaler Zusammenarbeit unerlässlich für das Funktionieren eines modernen Zoos. Man sei auf gegenseitige Unterstützung und Vernetzung angewiesen, meint auch Konferenzteilnehmer Stephan Stagel, Kurator für Vögel im Zoo Frankfurt am Main. Wir fragten Herrn Stagel: Die Bedrohung natürlicher Ressourcen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten multipliziert, wie sieht angesichts einer solchen Lage der gesellschaftliche Auftrag, der Bildungsauftrag eines modernen zoologischen Gartens aus?

Elephant (foto: Štěpánka Budková)
"Es hat sich sicherlich etwas verlagert. Früher lag der Schwerpunkt dieser Bildungsaufgaben in der Vermittlung von Kenntissen über die Tierarten selber, über ihre Biologie, über ihr Verhalten, über ihre Mannigfaltigkeit - wie wir sagen - also ihre Vielgestaltigkeit im Tierreich, den Leuten nahe zu bringen. Und das hat sich angesichts der Bedrohung im Freiland verlagert. Wichtig ist heute, dass man sehr stark auf die ökologische Vernetzung hinweist, in der diese Tiere leben und auch letztlich der Mensch eingebunden ist".

Der Zoo ist, laut Stagel, wegen der hohen Zahl der Besucher der geeignete Ort Umweltthemen zu vermitteln. Neben einer solchen Vermittlung befassen sich die zoologischen Gärten Europas heute vor allem mit der Erhaltung bedrohter Tierarten. Zu den Aufgaben eines modernen Zoos gehört laut Stagel das Züchten und Halten und teilweises auch die Wiederauswilderung dezimierter Tierarten.

Uns interessierte, welche konkreten Entscheidungen auf der diesjährigen Tagung in Prag getroffen werden sollten?

Zebra (foto: Archiv ČRo7
"Das Stichwort Collection-Plan, das bedeutet, dass sich die Zoos nicht nur in ihrer Kooperation zusammengesetzt haben um Tiere auszutauschen um neue Zuchtgruppen und Zuchtpaare zu bilden, wie das seit 20 Jahren sehr erfolgreich läuft, sondern es geht jetzt in der Richtung weiter, dass man sich überlegt welche Tierarten im Zoo überhaupt noch gehalten, und welche nicht mehr gehalten werden sollen, um später vorschriftenähnliche Anweisungen geben zu können, auf welche Tierarten sich die einzelnen Zoos fokussieren sollen".

Das war Stephan Stagel, Kurator für Vögel im Zoo Frankfurt am Main, auf der Zoologenkonferenz in Prag.