Zwei Menschenleben hat eine Schießerei in Protivin gekostet

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Zwei tote und zwei Schwerverletzte - das ist die Bilanz einer Schießerei, die sich am Montagabend im südböhmischen Protivin ereignet hat. Die beiden Todesopfer sind Polizisten, ein weiterer Polizist kam mit einer Schwerverletzung davon. Der Todesschütze befindet sich anderthalb Tage nach dem Vorfall in einem kritischen Zustand. Mehr von Daniela Kralova.

Einzelheiten der Tragödie von Protivin sind bisher nicht bekannt: Die meisten Protagonisten sind entweder tot oder schwer verletzt und können deshalb nicht aussagen. Klar scheint jedoch folgendes zu sein: Am Montagabend gab eine vierundvierzigjährige Frau bei der lokalen Polizeistation an, dass ihr geschiedener Ehemann sie zu vergewaltigen versuchte. Daraufhin machten sich fünf Polizisten auf den Weg und gingen gemeinsam mit der Frau zu ihrem Haus, wo sich der frühere Ehemann befand. Sobald die Polizisten das Haus betraten, begann der Beschuldigte auf sie loszuschießen. Der Frau gelang die Flucht. Nach seiner Tat versuchte der Schütze vermutlich Selbstmord zu begehen, überlebte den Schuss dennoch. Am Ort blieben ein toter und zwei schwerverletzte Polizisten liegen. Einer von ihnen starb aber später am selben Tag im Krankenhaus. Die beiden Todesopfer - im Alter von 31 und 29 Jahren - waren Familienväter.

Der fünfundvierzigjährige Schütze benutzte für die Tat einen legal gehaltenen Revolver. Vorbestraft war er nicht und seine Mitbürger hielten ihn für einen anständigen Menschen. Das sagt zumindest der Bürgermeister von Protivin Jan Vojik, der den Gewalttäter persönlich kannte. Der Bürgermeister habe aber nicht gewusst, dass der Beschuldigte Schusswaffen besaß.

Dieser Vorfall ruft erneut eine Diskussion darüber hervor, ob die Erhaltung eines Waffenscheins nicht erschwert werden sollte. Die Polizeistatistiken zeigen nämlich deutlich, dass die meisten Kriminaltaten, bei denen eine Schusswaffe im Spiel ist, von Menschen begangen werden, die diese Waffe legal halten.

Dem Beschuldigten in der Tragödie von Protivin droht aufgrund seines Verbrechens eine lebenslängliche Gefängnisstrafe.

Autor: Daniela Kralova
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