Analysten: Einführung dritter Mehrwertsteuer beeinflusst Inflation nur unerheblich

Foto: Ladislav Bába, Archiv des Tschechischen Rundfunks

Die eventuelle Einführung des dritten Mehrwertsteuersatzes in Höhe von 10 Prozent wird in Tschechien vermutlich zu einer Reduzierung der Inflationsrate um 0,1 Prozentpunkte führen. Das ist das Ergebnis einer von der Nachrichtenagentur ČTK unter führenden Analysten des Landes durchgeführten Blitzumfrage. Die Umfrage bezog sich auf einen Regierungsbeschluss vom Mittwochabend, nach dem die auf Medikamente, Bücher, Babywindeln und Babyersatznahrung erhobene Mehrwertsteuer ab dem 1. Januar 2015 nur noch zehn Prozent betragen soll.

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Die Ökonomen sind der Ansicht, dass es allerdings noch nicht sicher sei, ob sich die niedrigere Mehrwertsteuer auch in den Preisen der steuerbegünstigten Waren niederschlagen werde. Über die Senkung der Mehrwertsteuer für Babywindeln müsse die Prager Regierung zudem noch mit der Europäischen Kommission verhandeln. Der aktuellen Prognose des Finanzministeriums zufolge wird die durchschnittliche Inflation in Tschechien im kommenden Jahr bei 2,3 Prozent liegen.



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Allgemein wird jedoch erwartet, dass die Preise für die steuerbegünstigten Waren im nächsten Jahr fallen werden. Er rechne mit einem Preisnachlass von zirka vier Prozent, sagte der Analyst der Raiffeisenbank, Václav Franče. Dadurch sollte die Inflationsrate im Januar 2015 um 0.1 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat ebenso wie im Jahresvergleich schrumpfen, so Franče. Der Chefökonom der UniCredit Bank, Pavel Sobíšek, hält die Einführung des dritten Mehrwertsteuersatzes indes für überflüssig. Mit der genauen Festlegung, welche der Waren ein Medikament, ein Nahrungsergänzungsmittel oder eine für das Baby unersetzbare Zusatznahrung sei, müssten sich unnötigerweise Dutzende Staatsbeamte befassen, kritisierte Sobíšek. Das Gleiche gelte für die Kontrolle über die Einhaltung der neuen Festlegungen, so der Chefökonom.