Ara – Der Spürhund von der Prager Burg
Dutzende Spür- und Wachhunde schützen Tag und Nacht das Areal der Prager Burg. Wie oft werden sie zu einem Einsatz gerufen? Und was sind ihre Aufgaben?
Sein Hund heiße Ara und sei fünf Jahre alt, sagt Vojtěch Hovorka. Er und seine vierbeinige Kollegin – ein Deutscher Schäferhund – haben einen besonderen Arbeitsort: die Prager Burg. Da das Areal der Sitz des tschechischen Präsidenten ist, steht es unter besonderem Schutz.
„Eine unserer Aufgaben hier ist, unbekannte Gepäckstücke zu kontrollieren. Wenn der Hund anschlägt, wird ein Kampfmittelbeseitiger herbeigerufen. Der Hund darf den Gegenstand nicht anstoßen oder ähnliches. Einen Fund zeigt er lediglich an, in dem er sich hinsetzt und auf die entsprechende Stelle schaut.“
Bei der Suche nach gefährlichen Stoffen geht Hovorka aber nicht schon mit Ara auf Streife…
„Der Hund muss möglichst entspannt sein. Deshalb hält er sich mit uns in einem Raum auf und wird erst herausgerufen, wenn etwas passiert. Mit dem Auto sind wir sehr schnell am Einsatzort, meist innerhalb einer Minute.“
Hovorka schildert, dass der Spürhund relativ häufig zu Einsätzen gerufen werde, da die Besucher des Öfteren ihre Gepäckstücke liegen ließen. Hat Ara aber auch schon einmal scharfen Sprengstoff gefunden?
„Nein, wir haben zum Glück noch nichts hier auf der Burg entdeckt. Beim Training kommen aber echte Sprengstoffe zum Einsatz.“
Verwendet wird etwa der Plastiksprengstoff Semtex.
Auch Jan Kříž kümmert sich bei der Burgwache um die Tiere. In den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks berichtet er, dass der tschechische Präsident Ara und den anderen Spürhunden des Öfteren begegne. Was ist sein Verhältnis zu den Vierbeinern? Kříž antwortet mit einer Anekdote:
„Als Petr Pavel noch nicht Präsident, sondern noch Generalstabschef war, besuchte er einmal das Ausbildungszentrum für Militärhunde in Chotyně. Er war so begeistert, dass er sich einen Schutzanzug überstreifte, um sich beißen zu lassen.“
Insgesamt haben auf der Prager Burg mehrere Dutzend Hunde ihr Zuhause. Im Einsatz sind sie rund um die Uhr. Es handelt sich dabei nicht nur um Spürhunde, sondern auch um Wachhunde. Kommt es vor, dass die Aufpasser Eindringlinge festhalten müssen? Jan Kříž berichtet:
„Es passiert durchaus, dass jemand versucht, außerhalb der Öffnungszeiten in die Gärten der Prager Burger zu gelangen. Häufig handelt es sich um alkoholisierte Touristen, die Eindruck auf Frauen machen wollen. Aber aus den elf Jahren, die ich bei der Burgwache bin, ist mir kein Fall bekannt, bei dem ein Hund verwendet werden musste, um eine Person festzunehmen.“







