Prager Burg im Wandel: Mehr Touristen, neuer Souvenirladen und restaurierte Palais
Die Prager Burg ist sowohl das beliebteste Besucherziel in Tschechien als auch der Sitz des Staatspräsidenten. Vor zweieinhalb Jahren wurde Petr Pavel zum tschechischen Präsidenten gewählt. Nun hat die Präsidialkanzlei eine Bilanz gezogen, wie sich das Burgareal in der ersten Hälfte von Pavels Amtszeit verändert hat.
Die Wachablösung auf der Prager Burg – eines der Highlights, das viele Touristen anzieht. Aber auch der Veitsdom, das Goldene Gässchen und die vielen Paläste gehören zu den Besuchermagneten. Und die Touristen kommen weiterhin zu drei Vierteln aus dem Ausland, wie eine Umfrage vom vergangenen Jahr zeigt.
Immer mehr einheimische Besucher
Doch als Petr Pavel sein Amt als tschechischer Staatspräsident antrat, hatte er auch die Prager selbst und die Besucher aus weiteren Regionen des Landes im Blick. Er wollte die Burg im Geist von Václav Havel weiter öffnen. Das scheint zu gelingen. Pavel Vyhnánek ist Leiter der Burgverwaltung und resümiert gegenüber Radio Prag International:
„Wir haben hier immer mehr Besucher und nähern uns schon langsam der Marke von zehn Millionen im Jahr. Was uns aber dabei am meisten gefällt: Es sind zunehmend Hiesige, die immer wieder auf die Burg kommen. Wir verdanken dies vor allem dem Kulturprogramm, das wir bieten, und einigen speziellen Events wie etwa dem Weinfest. Zudem öffnen wir zweimal im Jahr die gesamte Burg.“
Die Burgverwaltung zog am Mittwoch eine Bilanz anlässlich der ersten Hälfte von Pavels Amtszeit als Staatspräsident. Als einen der ersten Schritte hatte der neue Herr auf der Burg die Sicherheitskontrollen abgeschafft, die von seinem Vorgänger Miloš Zeman eingeführt worden waren.
Tschechisches Design und eigene Produkte
Aber die Verwaltung präsentierte auch weitere Neuerungen. Dazu gehört ein neuer Souvenirladen, der sich im Laubengang zwischen dem zweiten und dritten Burghof befindet. Dort können Erinnerungsstücke erstanden werden, die von tschechischen Designern und Firmen stammen.
„Vor allem wird dieser Laden von uns selbst betrieben. Die Prager Burg hat früher die Läden an externe Partner vermietet. Nun haben wir dies geändert und können das komplette Warenangebot kontrollieren. Und wir konzentrieren uns vorwiegend auf tschechische Designer und Hersteller. Es handelt sich also nicht um die billigen Souvenirs, die sich rund um das Prager Stadtzentrum erstehen lassen. Sondern es sind Produkte von hoher Qualität, die Tschechien und die Burg repräsentieren“, erläutert Vyhnánek.
So gibt es dort zum Beispiel auch Honig von Bienenstöcken auf der Burg.
Weitere Veränderungen auf dem Areal sind laut Pavel Vyhnánek etwa die Installation weiterer Parkbänke und die Reduktion des Licht-Smogs. Geplant ist des Weiteren eine neue Beleuchtung. Und wie weit ist Petr Pavel selbst in all diese Entscheidungen eingebunden? Milan Vašina leitet die Präsidialkanzlei und sagt:
„Der Präsident ist vor allem in die Jahresplanung dessen involviert, was wir für die einzelnen Teile der Burg planen. Das betrifft auch die Auswertung, im Sinne von Anmerkungen und der Erörterung, welche Schritte wir gehen sollten. Viele unserer Aktivitäten, wie etwa die regelmäßige Ausstellung der Kronjuwelen, hat er selbst angestoßen.“
Restaurierungsarbeiten
Bei der bilanzierenden Pressekonferenz wurde zudem herausgehoben, dass die Investitionen in die Ausbesserungsarbeiten deutlich erhöht werden konnten. Laut Milan Vašina hat sich die investierte Summe seit dem Amtsantritt von Staatspräsident Petr Pavel mehr als vervierfacht. Vor drei Jahren lag sie noch bei 82 Millionen Kronen (3,4 Millionen Euro), 2025 dann bei 344 Millionen Kronen (14 Millionen Euro).
Und eines der wichtigsten Investitionsprojekte nennt Pavel Vyhnánek, es hat 200 Millionen Kronen (8,3 Millionen Euro) beansprucht:
„Gerade jetzt gehen die dreijährigen Ausbesserungsarbeiten am sogenannten Theresianischen Adeligen Damenstift zu Ende. Sie waren von der ganzen Stadt aus zu sehen, denn sie haben ein Fünftel des Burgpanoramas beeinflusst. Wenn man jetzt aus dem Stadtzentrum hier herüberschaut, kann man noch ein bisschen was von der Baustelle erkennen. Aber das verschwindet nun langsam, und dann sieht man nur noch das restaurierte Palais.“







