"Balkan Syndrom" existiert nicht

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Der Verteidigungsausschuss des tschechischen Parlaments hat am Donnerstag verkündet, etwaige gesundheitliche Probleme der Soldaten, die auf dem Balkan im Einsatz waren, seien nicht durch Geschosse mit abgereichertem Uran verursacht worden. Zu diesem Thema fand auch eine Pressekonferenz im Generalstab der Tschechischen Armee statt. Olaf Barth war für Radio Prag vor Ort.

Der Parlamentsausschuss stützte sich im Wesentlichen auf die Aussagen des Leiters des Gesundheitsdienstes des Generalstabs der tschechischen Armee, General Jan Petras. Dieser äußerte auf einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag, aus ärztlicher Sicht existiere kein Balkan-Syndrom.

Es liege kein Beweis vor, der auf einen Zusammenhang zwischen den verwendeten uranhaltigen Geschossen und den krebsartigen Erkrankungen einiger Soldaten hinweise, erklärte der General weiter. Dennoch sollen die bisher üblichen Untersuchungen, der in Bosnien und im Kosovo eingesetzten Soldaten, um einen Test zur Feststellung der im Körper enthaltenen Uranmengen erweitert werden.

Auf unsere Frage, ob er also tatsächlich ausschließen könne, dass die von der NATO verwendete schwach radioaktive Munition gesundheitliche Schäden bei den eingesetzten KFOR-Soldaten oder der Zivilbevölkerung hervorrufe, antwortete General Petras mit einem Beispiel. Er erklärte, es existiere eine Karte, auf der jene Orte und Stellen im Kosovo gekennzeichnet seien, wo es Vorkommen radioaktiver Munition gebe. Auf dem tschechischen Gebiet sei keine einzige solche Stelle verzeichnet, beinahe sämtliche Vorkommen lägen im deutschen Sektor. Daraufhin, so General Petras, habe er einen Kollegen aus dem deutschen Generalstab Folgendes dazu gefragt:

"Hattet ihr irgendeinen Fall negativen Einflusses bei einem Soldaten? Und er antwortete: 'Sei beruhigt, absolut nicht'.

In dem Korridor der Deutschen fiel die meiste derartige Munition. Sie nahmen Untersuchungen zum Uran vor, zur Bestrahlung des ganzen Körpers, zum Urangehalt im Urin. Sie haben alles mögliche untersucht, aber unter 35.000 Soldaten gab es nur zwei Fälle von Leukämie, die aber nicht mit der Anwesenheit der Soldaten im Kosovo zusammenhängen müssen. Es wurden keine weiteren gesundheitlichen Schäden festgestellt, die auf den Einfluss von Radioaktivität zurückzuführen wären."

General Petras vermutet allerdings, dass die wahren Ursachen der gesundheitlichen Probleme Stress, Erschöpfung und möglicherweise auch karzinogene Wirkungen verbrennenden Öls sein könnten.

Autor: Olaf Barth
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