Beskiden

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Wer träumt nicht davon, einmal in die Zukunft zu blicken? Wer würde nicht gerne einmal wissen, wie de Welt in einigen Jahren aussehen wird? Und welcher Naturfreund würde nicht gerne erfahren, wie sich in den nächsten Jahren der Treibhauseffekt und die Erderwärmung auf Flora und Fauna auswirken? In den Beskiden ist so ein Blick in die Zukunft möglich, wie Philipp Kauthe zu berichten weiß.

Sie sehen aus wie geheime Labors aus Science-Fiction-Filmen und sie ziehen die neugierigen Blicke von Spaziergängern und Touristen auf sich. Dabei handelt es sich lediglich um zwei Glashäuser. In den Glashäusern herrscht ein künstlich hergestelltes Klima. Und zwar jenes Klima, das Wissenschaftler für das Jahr 2045 voraussagen. Es wachsen dort sozusagen Bäume in der Zukunft. Und Experten beobachten, wie sich die Fichten in den Glashäusern unter den neuen Bedingungen verhalten. Neue Bedingungen, das bedeutet im Klartext: Ein höherer Gehalt von Kohlendioxid in der Luft. Seit 1997 wird das Projekt vom Institut für Landschaftsbildung der tschechischen Akademie der Wissenschaften in Brno (Brünn) geleitet. Und Michal Marek ist einer der wissenschaftlichen Betreuer.

"Das Projekt kostet jedes Jahr durchschnittlich rund 6 bis 8 Millionen Kronen. Es läuft aber im Rahmen der Europäischen Union und wird auch finanziell zu 90 Prozent von der EU unterstützt."

Die Brünner Wissenschaftler gehen davon aus, dass es bis 2045 immer mehr Kohlendioxid in der Luft geben wird. Und allmählich, so glauben die Ökologen, werden die Wälder immer stärker die Funktion übernehmen, das schädliche Kohlendioxid einzufangen, sozusagen als Entgiftungsorgan der Erde.

"Die Idee zu diesem Projekt entstand in Brüssel, als man in der EU Anfang der 90er Jahre auf den zunehmenden CO2-Gehalt in der Atmosphäre aufmerksam wurde", erzählt Michal Marek. Und was ist eigentlich das Ziel des Projektes?

"Ziel ist es, über den langen Zeitraum von rund 20 Jahren Schritt für Schritt die Auswirkungen des steigenden Kohlendioxidgehalts zu bewerten", so Michal Marek.

Am Experiment mit den zwei Glashäusern sind in den Beskiden 15 wissenschaftliche Mitarbeiter beschäftigt. In einem der Glashäuser herrscht normales, sozusagen heutiges Klima. In dem anderen ist der Gehalt des gesundheitsschädigenden Kohlendioxids doppelt so hoch. Die Wissenschaftler hoffen, dass sie mit dem Ergebnis des Experiments Druck ausüben können auf die Politik und auf die Wirtschaft, um zu erreichen, dass weniger Wälder gerodet werden.