Bisnode: Geringste Zahl tschechischer Firmen in Steueroasen seit 2010

Illustrationsfoto: Marco Verch, Flickr, CC BY 2.0

Zur Gewinnmaximierung nutzen tschechische Firmenbesitzer auch weiter Steuerparadiese, die Tendenz jedoch ist rückläufig. So ist sie Zahl der Firmen, die zu Ende vergangenen Jahres ein solches Steuerschlupfloch nutzten, im Jahresvergleich um 703 zurückgegangen. Zum 31. Dezember 2019 hatten insgesamt 12.102 Unternehmen ihren Steuersitz in vorteilhafte Länder verlegt. Das ist ein Anteil von 2,38 Prozent an der Gesamtzahl der Firmen in Tschechien. Zu Ende des Jahres 2018 lag dieser Anteil noch bei 2,59 Prozent.

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Wie die Beraterfirma Bisnode am Dienstag mitteilte, sind die Niederlande jene Steueroase, von der sich tschechische Firmen im letzten Jahr am häufigsten getrennt haben. Die Zahl der Abmeldungen lag bei 272, es folgen die USA (-178) und Zypern (-103). Im Gegensatz dazu stieg die Zahl der Neuanmeldungen auf den Bermudainseln, in Hongkong, in Lichtenstein und auf Malta an.

„Der Trend ist ganz eindeutig. Die Steuerparadiese sind für tschechische Firmen schon nicht mehr sexy. Seit dem Jahr 2015 ziehen sich immer mehr Unternehmen von dort zurück, und der Abzug von den Steueroasen nimmt an Intensität zu“, sagt Petra Štěpánová von der Beraterfirma Bisnode. In den zurückliegenden fünf Jahren ist die Zahl der Firmen mit einem im Steuerparadies ansässigen Eigentümer um ein Zehntel gesunken, ergänzt Štěpánová.

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Schätzungen zufolge entgehen dem tschechischen Staat aufgrund dieser Paradiese jährlich mehrere Milliarden Euro. Noch größere Schäden werden indes durch Geldwäsche und die Verschleierung von Straftaten verursacht, heißt es. Das Thema Steuerparadiese ist besonders im Frühjahr 2016 aufgekommen, als die Affäre um die sogenannten Panama Papers enthüllt wurde. Dabei wurde aufgedeckt, dass Dutzende bedeutende Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft ihre Gewinne in diesen Paradiesen verborgen hatten.