Briefmarathon von Amnesty International unterstützt Opfer von Menschenrechtsverletzungen
Der 10. Dezember gilt als der Tag der Menschenrechte. In Tschechien erreicht an diesem Mittwoch ein Briefmarathon von Amnesty International (AI) seinen Höhepunkt.
Mit dem Briefmarathon würden Menschen unterstützt, die unrechtmäßig verfolgt würden, heißt es von AI Tschechien. Zu ihnen gehörten Dissidenten, Bürgeraktivisten, Juristen und weitere Personen in der ganzen Welt. Bei der internationalen Briefkampagne, die am 15. November begann, kann jeder Briefe an Mitglieder von Regierungen sowie an jene Personen schreiben, die in ihrem Land verfolgt werden oder im Gefängnis sitzen.
Im vergangenen Jahr hatten die Menschen in Tschechien während des Briefmarathons fast 20.000 Briefe geschrieben, die in sechs Länder verschickt wurden. Insgesamt wurden 2024 in der ganzen Welt fast sieben Millionen Briefe während der Kampagne geschrieben. Der Leiter der tschechischen Zweigstelle von Amnesty International, Pavel Gruber, sagte: „Obwohl viele Menschen in Machtpositionen in der Lage sind, Einzelpersonen oder Gruppen einzuschüchtern, zu zensieren oder einzusperren, können sie die Millionen von Menschen auf der ganzen Welt, die sich solidarisieren, nicht zum Schweigen bringen.“
Diese Briefe werden etwa in Schulen, Bibliotheken, Cafés, in den Pfarreien, bei Pfadfindern sowie zu Hause geschrieben. Mit ihnen werden beispielweise die verfolgten Frauen im Amazonasgebiet unterstützt, die gegen die Verschmutzung des Urwalds durch die Gewinnung fossiler Brennstoffe kämpfen. Die Verfasser der Briefe setzen sich zudem für eine Frauenrechtsaktivistin ein, die im Iran zum Tod verurteilt worden ist, sowie für einen russischen Bürgeraktivisten, der wegen seiner Unterstützung für die Ukraine für zwölf Jahre in eine Strafkolonie geschickt wurde.
Laut der Amnesty Internation trägt der Briefmarathon dazu bei, dass mit den Verfolgten und Gefangenen humaner umgegangen werde oder dass sie freigelassen würden. Die Koordinatorin der Kampagne in Tschechien, Žaneta Sladká, betont zudem, für viele Menschen bedeute ein Solidaritätsbrief eine Hoffnung in den verzweifelten Zeiten.
Der Briefmarathon läuft noch bis 15. Dezember.







