Der Park von Průhonice: Romantik unter tausenden Rhododendren

Schloss und Park von Průhonice (Foto: Barbora Němcová)

Der Schlosspark von Průhonice / Pruhonitz steht als Nationales Kulturdenkmal unter Schutz und wurde zum Weltkulturerbe der Unesco erklärt. Er liegt am südlichen Rande von Prag, nur ein Stück von der Autobahn Richtung Brno / Brünn entfernt.

Gedenktafel an Graf Ernst Emanuel von Silva-Tarouca (Foto: Barbora Němcová)

Der Park wurde von Graf Ernst Emanuel von Silva-Tarouca angelegt. Der Abkömmling einer portugiesischen Adelsfamilie erwarb die Ländereien durch seine Heirat mit der wohlhabenden Maria Gräfin von Nostitz-Rieneck.

Silva-Tarouca war begeisterter Botaniker und Sammler exotischer Pflanzen. Er nutzte das gegliederte Tal des Botič-Baches und dessen Zuflüsse zur Gestaltung eines einzigartigen Englischen Landschaftsgartens. Dank seinen Fähigkeiten und Fachkenntnissen können die Besucher heute eine aufsehenerregende Komposition aus eiheimischen Gehölzen und exotischen Pflanzen bewundern. Sie wurden aus China, Korea, Sibirien, Japan, Nordindien, von der Krim, aus dem Kaukasus, dem Mittelmeer- und Balkanraum, den USA und Mexiko nach Pruhonitz gebracht.

Kaskaden (Foto: Barbora Němcová)

Zum Park gehören außerdem ein ausgedehntes Alpinum sowie ein Wassersystem aus drei größeren Teichen, mehreren kleinen Seen, Kaskaden und Wasserfällen. Die durchdachte Farbenkomposition der Pflanzen wandelt sich im Laufe des Jahres. Am schönsten ist sie im Frühling, wenn 8000 Rhododendren im Park erblühen.

Foto: Barbora Němcová

Das Lebenswerk eines einzigen Mannes gilt zur Recht als ein Höhepunkt des natur-landschaftlichen Stils des 19. Jahrhunderts. Das außerordentliche Werk der Gartenarchitektur auf einer Fläche von 250 Hektar wird heute vom Botanischen Institut der tschechischen Akademie der Wissenschaften betreut.

Hochzeit im Neorenaissance-Stil

Kirche Mariä Geburt (Foto: Barbora Němcová)

Das Schloss von Pruhonitz wurde an Stelle einer älteren Festung in der Zeit der Renaissance gebaut. Sein heutiges Aussehen bekam es durch einen Umbau im Stil der Neorenaissance Ende des 19. Jahrhunderts. Seine Innenräume sind für die Öffentlichkeit – bis auf einige Ausstellungssäle – nicht zugänglich. Einige Räumlichkeiten des Schlosses können für Konferenzen und Hochzeitsfeiern vermietet werden. Das älteste Baudenkmal ist eine ursprünglich romanische Kirche Mariä Geburt, die 1187 vom Prager Bischof Heinrich Břetislav III. geweiht wurde. In der Kirche sind gotische Wandmalereien aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erhalten geblieben.

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