Deutsche Parlamentarier in Prag, tschechische Bäcker in Berlin

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Alle Bereiche zu nennen, in denen sich Tschechen und Deutsche elf Jahre nach der politischen Wende von 1989 einander begegnen, wäre kaum möglich. Kurzum "überall" könnte die Antwort auf eine entsprechende Frage lauten - von den obersten Etagen der so genannten hohen Politik bis hin zum kleinen Mann auf der Strasse. Nun wollen wir Ihnen, liebe Freunde, auch heute ein konkretes Beispiel, genauer gesagt zwei konkrete Beispiele des tschechisch-deutschen Dialogs anbieten. Am Mikrophon ist Jitka Mladkova.

Fangen wir an mit einem Thema aus einer oberen "Etage", wo sich Ende vergangener Woche eine ganze Reihe von tschechisch-deutschen Begegnungen abspielte. Die Arbeitsgruppe Europäische Union der CDU-CSU- Bundestagsfraktion weilte zwei Tage lang in Prag und informierte sich bzw. diskutierte mit tschechischen Partnern wie z.B. dem Chefunterhändler für den EU-Beitritt Tschechiens, Pavel Telicka, dem geschäftsführenden Leiter des tschechisch-deutschen Zukunftsfonds Tomas Kafka, dem Direktor der Abteilung für Mitteleuropa des tschechischen Außenministeriums Jiri Sitler. Ferner gab es Treffen im tschechischen Abgeordnetenhaus und und und... Das Anliegen der Tschechien-Reise fasste der CDU-Abgeordnete Peter Hintze für Radio Prag zusammen: Viele Themen, wobei an erster Stelle das folgende zu stehen scheint: der geplante EU-Beitritt Tschechiens. Man kam nicht unvorbereitet: Auf die direkte Frage, wo es denn in Tschechien konkret hapert, gab Peter Hintze eine diplomatische Antwort: Zuversichtlich äußerte sich auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Hannelore Rönsch: Es bleibt abzuwarten, ob Tschechien die von der EU festgelegten Beitrittskriterien erfüllen wird. Tatsache ist, dass es derzeit nicht zu den Musterschülern gehört. Wird Tschechien also nicht bei der ersten Beitrittswelle mit dabei sein? Hannelore Rönsch: Als Motor der EU-Osterweiterung galt jahrelang das Tandem Kohl/Mitterand und mit Helmut Kohl auch die CDU/CSU-Koalition. Dieses Tandem existiert nicht mehr und in Europa gibt es zur Zeit keine neue Persönlichkeit, die den Stab übernommen hätte, zudem ist die CDU/CSU selbst in der Opposition. Dazu Peter Hintze: Soviel über die Visite deutscher Bundestagsabgeordneter in Prag. Tschechen in Berlin - das könnte das Motto des zweiten Teils dieser Sendung sein. Hier gab es Begegnungen auf einer anderen Basis, und zwar der kulinarischen:

Sie haben´s erkannt: So hat eine Mitarbeiterin einer der insgesamt 15 tschechischen Firmen, die sich im Rahmen der größten Weltausstellung der Nahrungsmittel, der "Grünen Woche" in Berlin präsentierten, deutsche Kunden gelockt. Eine tat es auf die/eine süße Art und Weise - z.B. mit Kolatschen oder Lebkuchen. Trotz vieler Ähnlichkeiten in der tschechischen und deutschen Bäckereikunst behauptet Herr Josef Paukert, dass seine Firma keine Eulen nach Athen trägt: Und noch etwas, womit diese tschechische Firma nach Deutschland expandieren will: Paukert´s Firma war bereits zum 8.Mal auf der Grünen Woche. Wohl ein Zeichen dafür, dass es lohnt zu kommen, oder ?