Deutsche Städte entschädigen freiwillig tschechische Zwangsarbeiter

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Rund eine halbe Million tschechische Männer und Frauen wurden laut Verband der tschechischen Zwangsarbeiter während des 2.Weltkriegs von den Nazis zur Arbeit für das 3. Reich genötigt. Einige Tausend von ihnen standen dabei im Dienste der Kommunen und Städte.

Die deutsche Presseagentur meldete am Wochenende, zahlreiche deutsche Städte hätten mit einer freiwilligen Entschädigung der tschechischen Zwangsarbeiter begonnen. Radio Prag befragte den Vorsitzenden des tschechischen Zwangsarbeiterverbandes, Karel Horak, was es denn damit auf sich habe:

Auch die Städte Freiburg und Marburg haben laut Herrn Horak ähnliche Angebote gemacht. Dieser betont, dass die Initiative bisher in allen Fällen von den jeweiligen Städten ausgegangen wäre. Das birgt allerdings das Problem, dass es keine Einheitlichkeit gibt, weder in der Frage ob überhaupt alle betroffenen Städte etwas zahlen werden, noch bezüglich der Höhe der symbolischen Entschädigung. Dazu Horak:

"Das macht jede Stadt selbst und so liegt es im Willen des jeweiligen Stadtrates wann und wie viel er auszahlen will."

Wie vielen tschechischen Zwangsarbeitern Entschädigungen von Deutschen Städten zustehen, lässt sich derzeit noch nicht genau sagen. Doch in Frankfurt seien es z.B. 150, in Freiburg 31 und in Leipzig rund 600 erläutert Horak.

Während die tschechischen Medien sehr eifrig über die Entschädigung der tschechischen Zwangsarbeiter durch die deutsche Wirtschaft und vor allem über die dabei entstandenen Probleme berichteten, konnte man über dieses positive freiwillige Beispiel einiger Städte in der hiesigen Presse nichts erfahren. Grund dafür sei, dass man es jetzt erst bekannt gegeben habe, meint der Vorsitzende der tschechischen Zwangsarbeiter, Karel Horak, und fügt hinzu:

"Erst vorige Woche gab es beim Tschechisch-deutschen Zukunftsfonds eine Konferenz an der auch die Presse vertreten war und da habe ich das erste Mal verkündet, dass die deutschen Städte mit einer dieser Initiative kommen."

Autor: Olaf Barth
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