Die "Freunde der Sorben" empfangen sorbischen Abgeordneten des sächsischen Landtages

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Das kleine slawische Volk der Sorben, das im benachbarten Sachsen und in Brandenburg beheimatet ist, muss verstärkt um seine Rechte kämpfen. Sein Protest gegen das Vorgehen der sächsischen Regierung, die für die Schließung der fünften Klasse an einer von nur zwei rein sorbischsprachigen Schulen verantwortlich ist, findet auch in Tschechien Widerhall. Auf ihrer Sitzung am Dienstag bekundeten die Mitglieder der Gesellschaft der Freunde der Lausitzer Sorben, dass sie das benachbarte slawische Volk in ihrem Kampf um die Erhaltung des bisherigen sorbischen Schulsystems in Sachsen weiterhin unterstützen werden. Eigens aus Sachsen war der sorbische Abgeordnete und gleichzeitig Minderheitensprecher des Sächsischen Landtages, Heiko Kosel, angereist, um die gegenwärtige Situation der sorbischen Schulen in der Lausitz darzustellen. Er sagte Radio Prag, was er von dem Treffen erwarte:

Mit zunehmendem Interesse verfolgt auch das tschechische Parlament die Ereignisse in der Lausitz. Robert Kopecky, Abgeordneter für die CSSD, versicherte die Versammelten auch der Unterstützung von seiten der tschechischen Regierung. Er erklärte Radio Prag, welche Möglichkeiten der Hilfe er für real hält und worin er die Verantwortung des tschechischen Staates sieht:

Diese Möglichkeit ist hauptsächlich eher moralischer Natur, da Tschechien ganz offenbar und ohne Diskussion ärmer ist als Sachsen. Aber die 180 tausend Kronen, die Milos Zeman dem Dachverband der Sorben - der Domowina - zur Verfügung gestellt hat, sind ein sicheres Symbol, ein Symbol dafür, dass wir helfen wollen. Aber hauptsächlich geht es hier um moralische Unterstützung. Wir werden appellieren und die Argumentation der deutschen Seite übernehmen. Wenn die Deutschen sagen, dass sie die Verantwortung für die deutsche Minderheit in Tschechien haben, und ihr auch dadurch helfen, dass sie sie finanziell unterstützen, dann haben wir dieselbe Verantwortung für die Lausitzer Sorben. Sie stellen zwar keine Minderheit tschechischer Herkunft dar, sind aber das einzige Volk in Mitteleuropa, das kein eigenes Mutterland hat, welches ihm helfen könnte. Das ihnen am nächsten stehende Volk sind die Tschechen. Und diese Verpflichtung, sie als Volk zu unterstützen, haben wir.

Zu den besonderen Gästen des Treffens zählte auch der Schriftsteller Milan Hrabal, Mitinitiator der Varnsdorfer Solidaritätserklärung mit den Lausitzer Sorben, die bisher mehr als 2500 Tschechen unterschrieben haben.