Die spielerische Frage nach dem Sinn: Designblok 2014 zeigt Kunstgewerbe in ganz Prag

Foto: ČTK

Designblok – so heißt eine Messe in Prag. Schon zum 16. Mal zeigen dort Künstler ihre neuesten Kreationen. Dazu gehören alle Dinge, die uns im täglichen Leben umgeben: Mode und Schmuck, aber auch Geschirr, Möbel oder Spielzeug. Wer sich einen Überblick über aktuelles Design verschaffen möchte, hat noch bis Sonntag in der tschechischen Hauptstadt die Gelegenheit.

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Sechzig Galerien in der ganzen Stadt nehmen dieses Jahr am Designblok teil. Außerdem haben sich die Aussteller mitten im Zentrum eingemietet. Das Grandhotel Evropa auf dem Wenzelsplatz wird derzeit renoviert. Für sechs Tage sind nun kunstgewerbliche Gegenstände in den Hotelzimmern zu sehen. Auch in einer ehemaligen Schule in der Mikulandská-Straße unweit des Nationaltheaters haben sich Designer und Hersteller niedergelassen. Die dortige Hauptausstellung nennt sich Superstudio der Spiele. Jiří Macek ist der künstlerische Leiter des Designblok:

Jiří Macek (Foto: Bára Prášilová)
„Dieses thematische Superstudio gibt es dieses Jahr, weil wir die neuen Objekte nicht einfach nur präsentieren wollen. Sondern wir wollen, dass über sie gesprochen wird, darüber welchem Zweck sie dienen, welchen Sinn Design heutzutage überhaupt hat. Diese Diskussion eröffnen wir auf spielerische Weise, denn in Tschechien werden die Dinge furchtbar oft sehr ernst gewonnen.“

Designer aus Tschechien, Polen und Russland haben die Hauptausstellung zum Thema Kindheit nun zusammengestellt. Spielzeug gibt es dort natürlich auch zu sehen, doch der Begriff ist weit gefasst. Der neue Fabia des Autoherstellers Škoda interessiert sicherlich eher die Erwachsenen. Insgesamt reisen 100 Aussteller aus 16 Ländern zum Desingblok an. Leiterin des Festivals ist Jana Zielinski:

Jana Zielinski (Foto: Archiv der Tschechischen Zentren)
„Designblok weist inzwischen über die Tschechische Republik hinaus. Wir wollen tschechisches Design nicht nur in einen internationalen Kontext setzen, indem wir ausländische Künstler einladen. Sondern wir zeigen auch eine repräsentative Auswahl aus den benachbarten Ländern, damit zu sehen ist, was sich dort tut.“

Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem Nachbarland Polen. Neben aktuellem Design sind in der Ausstellung „Krieg und Frieden“ (vojna a mír) auch tschechoslowakische und polnische Produkte aus den 1950er und 1960ern Jahren zu sehen. Dem Nachwuchs gehört in den nächsten Tagen das Haus U Minuty am Altstädter Ring. Und Modedesigner nutzen die Kirche der Heiligen Simon und Judas (kostel svatého Šimona a Judy) am kommenden Wochenende als Laufsteg für Ihre Fashion-Shows.

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Noch bis Sonntag kann man sich an den verschiedensten Orten in Prag Design ansehen. Der Eintritt, der für alle Veranstaltungsorte außer den Modeschauen gilt, kostet zehn Euro, Studenten zahlen die Hälfte. Stehplätze bei den Fashion-Shows sind für sieben Euro zu haben.

Autor: Annette Kraus
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