Erderschütterungen im Egerland erreichten Wert 3,4 auf der Richterskala

r_2100x1400_radio_praha.png

Kaum war die Mehrzahl der Blockaden an der tschechisch-österreichischen Grenze am Montag Abend wieder aufgehoben worden, da erschütterte auch schon ein anderes Ereignis den nordwestlichsten Teil der tschechischen Grenzregion. In der Nacht zum Dienstag erreichten nämlich die Erderschütterungen im Egerland mit einem gemessenen Wert von 3,4 auf der Richterskala ihren vorläufigen Höhepunkt in diesem Jahr. Weitere Einzelheiten von Lothar Martin.

Die Egerland-Region, wo man die jüngsten verloschenen böhmischen Vulkane Zelezna und Komorni hurka antrifft, ist ein seismisch dauerhaft aktives Gebiet.

Deshalb sind hier des öfteren mehrere kleinere und mittlere Erderschütterungen zu spüren. Die letzten größeren Erschütterungen eines Erdbebenausläufers haben diese Gegend zur Jahreswende 1985/1986 heimgesucht. Sie dauerten damals ca. zwei Monate an, wobei der höchste Ausschlag mit einem Wert 4,6 auf der Richterskala gemessen wurde.

Die jetzigen Erschütterungen sind auf einen Erdbebenschwarm zurück zu führen, der seine seismischen Aktivitäten am 28. August dieses Jahres aufgenommen hat. Nachdem die Einwohner von Cheb/Eger und Umgebung bereits in der Vorwoche kleinere Erdstöße über sich ergehen lassen mussten, waren die Erschütterungen in der Nacht zum Dienstag die bisher stärksten in diesem Jahr. Dazu erklärte Josef Horálek vom Geofysikalischen Institut in Prag gegenüber dem Tschechischen Rundfunk: "Dies war die bisher größte Freisetzung der Energie, doch diese Energie hat sich bisher an anderen Orten in noch stärkeren Erschütterungen freigemacht. Demnach werden wir sehen, wie sich die Situation weiter entwickelt. Es scheint so, dass es in der allernächsten Zeit zu keinem stärkeren Erdbeben kommen sollte, doch eine Sicherheit besteht dafür nicht."