Erste Welle der Entschädigungen fast abgeschlossen

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Der größte Teil der 10 000 ehemaligen Zwangsarbeiter der ersten Entschädigungswelle soll in den nächsten paar Tagen sein Geld in den Händen halten. Ein guter Grund, dachte sich mein Kollege Olaf Barth, um dem für die Zwangsarbeiterentschädigung zuständigen Mitarbeiter des Außenministeriums, Jan Sechter, ein paar diesbezügliche Fragen zu Stellen.

RP: Herr Sechter, ich habe in der Zeitung gelesen, dass in den nächsten Tagen die erste Entschädigungswelle abgeschlossen sein soll. Vielleicht können Sie uns einen kurzen Lagebericht dazu geben?

Sechter: "Also, der tschechische Außenminister hat bereits bei diesem Interface zwischen dem Deutsch-Tschechischen-Zukunftsfonds und der Tschechischen Handelsbank bzw. der Tschechischen Post den Dienstag als Auszahlungstermin für die ersten 10000 ehemaligen Zwangsarbeiter in der Tschechischen Republik genannt. Inzwischen ist an fast alle dieser 10000 ein Postscheck herausgegangen und viele von ihnen haben sogar schon Geld erhalten - nämlich 75% des ersten Abschlags - und das freut uns sehr."

RP: Und wie verfährt man mit Denjenigen, die einen Antrag bereits gestellt haben, aber jetzt nicht in dieser ersten Entschädigungswelle dabei sind. Wie wird es da weiter gehen?

Sechter: "Diese 10000 Fälle wurden von uns, von den Polen und von der Jewish Claims Conference" genannt als erste Welle bezeichnet. Wir sind selbstverständlich bereit, auch weitere Zehntausende jetzt in kurzer Zeit abzuwickeln. Ich hoffe, dass wir über die Sommermonate die Mehrheit der Anträge abwickeln können. Und bis Ende des Jahres, bis die Antragsfrist abgelaufen ist - wie ich gehört habe, wird in Berlin über diese Verlängerung der Antragsfrist verhandelt - da könnten schon Diejenigen, die die Anträge rechtzeitig bei uns gestellt haben, auch mit dieser ersten Rate rechnen - vorausgesetzt die Belege sind auch plausibel."

RP: Wie viele Entschädigungsberechtigte gibt es denn überhaupt in Tschechien?

Sechter: "Zum heutigen Tag 85 000 und der Auszahlungseffekt in Tschechien ist ziemlich stark. Es kommen immer noch Skeptiker zu uns und sagen, 'Na ja, ich hab nie geglaubt, das aus Deutschland tatsächlich was kommt, aber nun hab ich hier den Antrag..."

Wie sieht denn da überhaupt aus? Ich kann mich denken, dass es da den einen oder anderen Versuch gibt, da vielleicht unberechtigterweise dieses Geld anzustreichen...

"Ja, sicher. Also es sind Zehntausende Anträge. In Einzelfällen da und hier sieht man, dass da nicht gerade alles in Ordnung ist. Aber das sind wirklich Einzelfälle, und die Stichprobe von der deutschen Bundesstiftung ist auch noch ein wichtiger Schritt dazu, dass der Prozess bei uns wirklich akzeptiert wird, nicht nur in der tschechischen Öffentlichkeit, sondern insbesondere in Deutschland. Es ist für uns wichtig, dass diese Geste der Dankbarkeit bei uns nicht irgendwie auf dem Einzelfall scheitert. Ein einziger Fall, der uns unterlaufen kann, kann die Atmosphäre, die bis heute wirklich sehr positiv in der Gesellschaft ist, ganz verderben. Und wir glauben, dass unsere Mitarbeiter fähig sind, das zu entdecken."

Autor: Olaf Barth
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