EU-Mission: Regierung für Verlängerung des Armee-Einsatzes in Mali

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Nachdem Afghanistan langsam an die eigenen Sicherheitskräfte übergeben wird, rückt Afrika stärker in den Fokus der internationalen Politik. Vor kurzem erst startete die EU-Mission in Zentralafrika und seit vergangenem Jahr sind bereits 550 europäische Soldaten in Mali eingesetzt. Dazu gehört auch ein tschechisches Kontingent. Die Regierung in Prag hat nun beschlossen, dass dieses Kontingent seine Arbeit mindestens bis Ende des Jahres fortsetzen soll.

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Die europäischen Soldaten helfen in Mali vor allem, die Truppen des Landes auszubilden. Die malische Armee soll in Zukunft selbst gegen die Angriffe radikal-islamischer Aufständischer vorgehen können. Seit März vergangenen Jahres bewachen 30 tschechische Spezialkräfte das Hauptquartier der EU-Mission in der Hauptstadt Bamako. Zudem hat Prag auch vier militärische Ausbilder entsandt.

Die europäischen Verteidigungsminister beschlossen bereits im März, dass der Einsatz in dem westafrikanischen Land bis 2016 verlängert wird. Am Montag sprach sich die tschechische Regierung erst einmal dafür aus, dass die Kräfte ihres Landes über den Juni hinaus bis Ende des Jahres vor Ort bleiben. Das Parlament muss zwar noch darüber entscheiden, aber die Zustimmung gilt als sicher. Der christdemokratische Vizepremier Pavel Bělobrádek sagte vor den Medien:

Pavel Bělobrádek (Foto: Archiv des Regierungsamtes der Tschechischen Republik)
„Die Mission hilft sehr bei der Stabilisierung der Lage in Mali. Unsere Beteiligung erfüllt die Verpflichtungen, die wir gegenüber der EU haben. Damit werden auch bessere Voraussetzungen geschaffen für eine aktive Gestaltung der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen Union. Und die Mission stimmt auch mit den außenpolitischen Zielen der Tschechischen Republik überein. Mali ist unser drittwichtigster Handelspartner südlich der Sahara.“

Nach den Wünschen der tschechischen Regierung soll das Kontingent allerdings leicht aufgestockt werden, bis zu 20 zusätzliche Soldaten sollen ab Juli in Bamako stationiert sein. Dies soll weitere 70 Millionen Kronen (2,6 Millionen Euro) kosten.

Martin Stropnický (links). Foto: ČTK
Verteidigungsminister Martin Stropnický hat jedoch bereits gesagt, er wünsche sich ein tschechisches Engagement auch in den folgenden Jahren. In der vergangenen Woche hatte der Politiker von der Partei Ano die Soldaten in Mali besucht und sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. Nach der Rückkehr zeigte sich Stropnický überzeugt, dass die Mission dort Sinn habe.

Die tschechischen Kräfte in Mali haben bereits Erfahrungen aus mehreren Auslandseinsätzen. Unteroffizier Václav Sýkora vergleicht die Sicherheitslage mit Afghanistan:

Martin Šromovský (Foto: Lucie Masaříková, Archiv der Armee der Tschechischen Republik)
„Hier ist es weniger gefährlich. Wir sind zwar ganz klassisch mit Waffen ausgerüstet, aber müssen nicht in einem gepanzerten Wagen fahren wie in Afghanistan. Es ist einfach ruhiger hier.“

Und sein Vorgesetzter, Einsatzleiter Martin Šromovský fügt hinzu:

„Afrika unterscheidet sich enorm von allem, was wir bisher erlebt haben. Für uns ist das eine wichtige Erfahrung.“

Auch klimatisch seien die Unterschiede groß - überall roter Staub und größere Hitze als in Afghanistan, so Šrumovský. Tatsächlich sind die tschechischen Soldaten viel in Mali unterwegs. Denn sie beschützen nicht nur das Hauptquartier der EU-Mission, sondern begleiten die Chefriege auch bei Fahrten durchs Land.