Fast gesamte tschechische Automobilindustrie durch Corona gelähmt

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Verbandsvertreter fordern von der Regierung längerfristige Pläne, um dieser Schlüsselindustrie nach der Krise wieder auf die Beine zu helfen.

Bohdan Wojnar (Foto: Michaela Danelová, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Laut dem Verband der tschechischen Automobilindustrie (AutoSAP) sind praktisch 90 Prozent der Branche wegen der Corona-Pandemie gelähmt. Ein Drittel der Firmen habe ihre Produktion gänzlich stoppen müssen, hieß es. Gemäß den Angaben von AutoSAP sind bis zu 150.000 Arbeitsplätze nun bedroht und damit acht Prozent des tschechischen Inlandsproduktes.

Er erkenne das Bemühen der Regierung an, unter anderem durch das Hilfspaket „Antivirus“ den Betrieben unter die Arme zu greifen, sagte AutoSAP-Präsident Bohdan Wojnar am Dienstag. Doch das Kabinett müsse möglichst schnell auch Maßnahmen ergreifen, um die Liquidität der Firmen zu sichern. Wichtig ist laut Wojnar zudem, die Hilfen für die tschechische Wirtschaft bis ins dritte Quartal dieses Jahres zu verlängern. Dies beträfe gerade die Exporteure, so der Verbandschef. Die Autoindustrie hat offiziellen Zahlen nach 23 Prozent Gesamtanteil an den tschechischen Ausfuhren.

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Gerade diese Branche ist auch stark international vernetzt. AutoSAP schlug deswegen am Dienstag vor, die tschechischen Grenzen für Fachkräfte und Arbeitspendler wieder durchlässig zu machen. Letzteres sollte mit den Nachbarstaaten koordiniert werden, lautete die Empfehlung.

Der Verband der Automobilindustrie umfasst 140 Firmen der Branche, von den Herstellern bis zu den Zulieferern. Ihr Jahresumsatz liegt bei 1,1 Billionen Kronen (40 Milliarden Euro). Insgesamt sind 170.000 Menschen hierzulande in diesem Bereich beschäftigt.

Autor: Till Janzer
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