Film und Erotik in Uherske Hradiste

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Von Marketa Maurova.

Schon traditionell findet ein paar Wochen nach dem Filmfestival in Karlovy Vary das zweitgrößte Filmereignis im Lande - die Sommerfilmschule im südmährischen Uherske Hradiste - statt. Die Schule, die am 27. Juli eröffnet wurde und bis zum kommenden Sonntag dauert, orientiert sich vor allem an einem jungen Publikum und gewinnt zunehmend an Popularität. Der 27. Jahrgang bringt insgesamt 170 abendfüllende und um die 250 Kurzfilme. Sein Hauptthema ist in diesem Jahr "Film und Erotik". Der Festivaldirektor Jiri Kralik dazu:

"Wir setzen uns mit diesem Thema sehr ernst auseinander und laden daher viele Experten ein. Alle werden über die Beziehung der Politik, der Gesellschaft zur Erotik, insbesondere zu den Tabus und zur Zensur reden. Der Film hatte damit immer große Probleme. Die Streifen, die nun auf großen Filmfestivals gewinnen, beinhalten Elemente, die noch vor zwei drei Jahren als Pornografie bezeichnet worden wären."

Der zweite bedeutende Zyklus heißt "Film und Tanz" und zeigt Streifen mit Ballett-, Theater- und Musicalthematik. Die Besucher können sich des weiteren mit der jugoslawischen und niederländischen Filmkunst, aber auch mit experimentellen Filmen aus Australien und Deutschland bekannt machen. Wie jedes Jahr, wird die Filmschau durch die Zyklen "Filmjahrestage" und "Echo der Filmfestivals" sowie durch zahlreiche Seminare und weiteres Begleitprogramm ergänzt, das in diesem Jahr von einem Konzert der slowenischen Band Laibach dominiert wurde.

Dass ein solches Treffen zwischen Filmschaffenden und ihrem Publikum, darunter auch Filmtheoretikern, nicht immer nur freundschaftlich aussehen muss, beweist ein Zwischenfall, zu dem es in Uherske Hradiste am Sonntag kam. Der Regisseur Marcel Bystron, der die Kritik an seinem neuen Film nicht ertragen konnte, protestierte dagegen, indem er den Kritiker auf der Straße attackierte und ihm mehrmals ins Gesicht schlug. Der attackierte Filmkritiker erwägt nun ein Nachspiel vor Gericht.