Filmfestival in Karlsbad: US-Regisseur Friedkin und Drehbuchautor Svěrák ausgezeichnet

Zdeněk Svěrák (Foto: ČTK)

Der westböhmische Kurort Karlovy Vary / Karlsbad steht seit dem vergangenen Wochenende im Zeichen des Films. 376 Filmvorstellungen gab es bis Freitagvormittag beim dortigen 49. internationalen Filmfestival, über 1200 Filmschaffende haben sich für die Veranstaltung akkreditiert. Am Samstag erreicht das Festival mit der Auszeichnung der besten Filme seinen Höhepunkt. Ausgezeichnet wurden aber auch einige Persönlichkeiten des Kinos.

William Friedkin (Foto: ČTK)
„French Connection - Brennpunkt Brooklyn“ und „Der Exorzist“ – das sind zweifelsohne die erfolgreichsten Filme des amerikanischen Regisseurs William Friedkin. Für „Brennpunkt Brooklyn“ erhielt Friedkin gleich fünf Oscars, für weitere drei war der Film aus dem Jahr 1971 nominiert worden. Auch der zwei Jahre später gedrehte Horrorstreifen „Der Exorzist“ wurde mit zwei Oscars bedacht. Nicht zufällig also wurde William Friedkin nun beim Karlsbader Filmfestival mit einem Kristallglobus für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der Regisseur räumte gegenüber dem Tschechischen Fernsehen ein, er habe schon immer europäische Filme bewundert:

´Liebe nach Fahrplan´ (Foto: Kristýna Maková)
„Ich war viel mehr durch Filme aus Europa als durch amerikanische Filme beeinflusst. Es waren Filme von Antonioni, Fellini, vom französischen Regisseur Alain Resnais.“

1966 habe er den Film ´Liebe nach Fahrplan´ von Jiří Menzel gesehen. Die jungen Regisseure seiner Generation habe der Film sehr stark inspiriert, sagte der Amerikaner. Aber nicht nur das: 1968 hätten er und seine Kollegen tiefe Solidarität mit der Tschechoslowakei empfunden, so Friedkin.



Zdeněk Svěrák (Foto: ČTK)
Mit dem Preis des Festivalpräsidenten für sein Lebenswerk wurde der tschechische Drehbuchautor, Schriftsteller und Schauspieler, Zdeněk Svěrák, ausgezeichnet. Drei der Filme, für die er das Drehbuch schrieb, wurden für den Oscar nominiert. Einer davon, der Streifen „Kolya“ von 1996, gewann dann auch den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. In Svěráks Streifen, die voller Humor sind, ist zu spüren, dass die Hauptrollen vom Drehbuchautor zur Harmonie geführt werden.

„Ich meine, es liegt in meiner Natur, nicht nach Konflikten zu suchen. Manchmal meide ich sie auch feige, selbst wenn sie eigentlich gelöst werden sollten. Ich denke aber, dass dies auch eine nützliche Eigenschaft ist, vor allem, wenn man ein Kollektiv leitet wie ich das Jára-Cimrman-Theater. Es wäre kaum möglich, dass wir das Publikum unterhalten, zum Lachen bringen, wenn es innerhalb des Ensembles Konflikte gäbe. Es gab natürlich auch Streitigkeiten, aber das Ensemble hat die konfliktträchtigen Dinge sozusagen einfach weggespült. Ich würde in einer derartigen Atmosphäre ersticken.“