Firma ETI in San Francisco - Pilotprojekt für Tschechien in den USA

Milos Zeman bei dem Oberleitungsbuss (Photo: CTK)

Der tschechische Ministerpräsident Milos Zeman hat auf seiner einwöchigen USA-Reise die erste Wegstrecke erfolgreich hinter sich gebracht und ist in der Nacht zum Mittwoch (MEZ) von San Francisco nach Austin in Texas weiter gereist. Höhepunkte seines Aufenthalts in San Francisco waren seine Ansprache im renommierten Commonwealth Club sowie seine Visite im tschechisch-amerikanischen Unternehmen ETI. Lothar Martin berichtet.

Milos Zeman bei dem Oberleitungsbus (Foto: CTK)
Während seines zweitägigen Aufenthaltes im nordkalifornischen San Francisco verfolgte der tschechische Premier vor allem die Ziele seiner wirtschaftlichen Mission.

Im Vordergrund stand dabei sein Besuch am Dienstag im tschechisch-amerikanischen Unternehmen ETI (Electric Transport International), wo in Koproduktion Oberleitungsbusse tschechischer Bauart hergestellt werden. Über den Besuch Zemans in diesem Werk sandte uns Radio-Prag-Redakteur Jaromír Marek den folgenden Bericht:

"Die ersten elf O-Busse der Gesellschaft Skoda Ostrov sind in diesen Tagen durch das tschechisch-amerikanische Unternehmen ETI in San Francisco fertiggestellt worden. Die Produktionshallen der Firma wurden am Dienstag von Premier Milos Zeman besucht, der unter anderem zum Ausdruck brachte, dass dieses Gemeinschaftsprojekt den weiteren Zugang von tschechischen Firmen auf den amerikanischen Markt erleichtern sollte. Im ETI-Werk in San Francisco sollen bis Ende des Jahres 2002 insgesamt 273 O-Busse in einem Gesamtwert von 230 Millionen US-Dollar produziert werden. Diese Fahrzeuge werden dann nahezu völlig den gegenwärtigen O-Bus-Fuhrpark von San Francisco ersetzen. Das Chassis, das Fahrgestell und der Elektromotor werden in Tschechien hergestellt, die Innenausstattung steuern amerikanische Firmen bei. Wie der Direktor von Skoda Ostrov, Jirí Navrátil, betonte, kommt die gesamte Technologie des Fahrzeuges ausschließlich aus der Tschechischen Republik. Die Lieferungen an die Städtischen Verkehrsbetriebe in San Francisco stellen zudem ein Vorzeigeprojekt dar, dass weitere Türen auf dem amerikanischen Markt öffnen sollte. Gegenwärtig in Verhandlung ist die Lieferung weiterer 125 O-Busse dieser Firma für die Stadt Philadelphia. Ebenso aussichtsreich sieht ETI seine Chancen, die Ausschreibung zur Lieferung von O-Bussen in der kanadischen Stadt Vancouver zu gewinnen."

Das Joint-Venture-Unternehmen ETI, an dem die tschechische Skoda-AG (a.s. Skoda) 65 Prozent und die amerikanische Firma AAI 35 Prozent der Aktien halten, zeigt, dass sich tschechische Hersteller bei einer klug geführten Marktstrategie durchaus nicht zu verstecken brauchen. Auf eine ähnlich gute Zusammenarbeit bzw. Investition vonseiten der US-Amerikaner hofft nun auch das angeschlagene, einstige Flaggschiff der tschechischen LKW-Produktion, das Tatra-Werk in Koprivnice. Denn im Verlauf der USA-Reise von Premier Zeman wird auch der Verkauf des knapp 92-prozentigen Aktienanteils von Tatra an die amerikanische Gesellschaft SDC International noch eine gewichtige Rolle spielen.