Freiwillige Hilfe während der Hochwasser-Katastrophe

Freiwillige in Neratovice (Foto: CTK)

In Krisensituationen wie der jüngsten Hochwasserkatastrophe ist das Engagement von freiwilligen Helfern und Spendern ganz besonders gefragt. Über die Medien erfolgten in den vergangenen Tagen zahlreiche Aufrufe an die Bevölkerung, zur Schadensbekämpfung beizutragen. Kontaktnummern wurden bekannt gegeben, Spenden-Konten und -sammelplätze eingerichtet. Silja Schultheis hat sich in zwei besonders stark betroffenen Regionen erkundigt, wie das Krisenmanagement durch freiwilliges Engagement funktionierte.

Freiwillige in Neratovice (Foto: CTK)
Der mittelalterliche Ort Cesky Krumlov/Krumau in Südböhmen hat das schlimmste Hochwasser bereits hinter sich. Als ich Vladimir Zund, Pressesprecher des dortigen Magistrats fragte, wie sich die Hilfe der Bürger gestaltet habe, dankte er zunächst ganz herzlich allen Helfern.

"Es gebe eine Vielzahl an Hilfsangeboten aus der Umgebung und aus der gesamten Republik, mehr als im Moment nötig sei. Die Menschen seien von allein gekommen, großer Aufrufe hätte es nicht bedurft. Sobald das Wasser weiter weiche, sei man auf weitere Hilfe angewiesen. Er glaube daran, dass die Menschen weiter Unterstützung leisten würden, so Zund."

Zufrieden mit dem Engagement der Bevölkerung zeigt sich auch der Pressesprecher des Magistrats in Usti nad Labem/Aussig, wo sich die Situation am Freitagmittag weiter zuspitzte und der erwartete höchste Pegelstand der Elbe noch nicht erreicht war. Milan Knotek:

"Uns wird ununterbrochen Hilfe angeboten, sowohl von natürlichen als auch von juristischen Personen. Manche Angeboten müssen wir sogar schon ablehnen, z.B. Trinkwasser, das haben wir schon genug. Jetzt würden wir wirklich am meisten Reinigungsmittel begrüßen."

Weiter beschrieb Knotek im Gespräch mit Radio Prag, wofür die freiwilligen Helfer in erster Linie gebraucht würden:

Zunächst seien die Freiwilligen hauptsächlich zum Füllen von Sandsäcken eingesetzt worden, dieses Programm sei aber jetzt bereits eingestellt. In den kommenden Tagen würden hauptsächlich Freiwillige für Aufräumarbeiten gebraucht, so Knotek.

Er gehe davon aus, dass sich diese genauso zahlreich melden werden wie bislang.