Geschichte in jedem Bierglas: 130 Jahre Budweiser Budvar
Am 15. April 1895 wurde in České Budějovice / Budweis ein Stück Biergeschichte geschrieben. Erstmals kam die Aktionärsversammlung der Tschechischen Aktienbrauerei (Český akciový pivovar) zusammen. Sie wurde als Konkurrenzbetrieb zum deutschen Budweiser Bürgerbräu gegründet, dessen Produkte in der Stadt damals noch mehr Abnehmer fanden.
An der Spitze des neuen tschechischen Brauhauses stand zunächst August Zátka. Am 7. Oktober 1895 wurde dort das erste Bier gebraut.
1930 registrierte man die Schutzmarke „Budvar“. Damit wurde nicht nur auf den Namen der Stadt verwiesen, sondern auch auf die dortige Brautradition, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Die Marke hatte einen solchen Erfolg, dass die Tschechische Aktienbrauerei 1936 schließlich in „Budějovický Budvar“ umbenannt wurde.
Rechtsstreit und globaler Erfolg
Seit 1907 befindet sich die Produktionsstätte in Südböhmen in einem Rechtsstreit mit dem Unternehmen Anheuser-Busch in den USA. Grund dafür ist der Name „Budweiser“, unter dem der amerikanische Getränkeriese ebenfalls Bier verkauft. Das tschechische Budvar hat sich allerdings in einigen Prozessen bereits durchsetzen können. Und es hat nicht nur Erfolg in den Gerichtssälen, sondern auch auf den internationalen Märkten – denn es ist heute in über 70 Ländern der Welt zu haben. Deutschland, Polen und die Slowakei sind dabei nur der Anfang. Budweiser Budvar kann man auch in Kambodscha, Neuseeland oder der Mongolei erwerben.
Rekordproduktion
2024 stellte die Brauerei mit 1,927 Millionen Hektoliter Bier einen neuen Produktionsrekord auf. 70 Prozent des hergestellten Gerstensaftes gehen heute in den Export, die Nachfrage stieg zuletzt aber auch im Heimatland Tschechien. „Budějovický Budvar“ ist im Besitz des tschechischen Staates und spülte in den vergangenen drei Jahren 1,35 Milliarden Kronen (53,6 Millionen Euro) in die Staatskasse.
Die Budweiser Brauerei ist mittlerweile nicht mehr nur der traditionellen tschechischen Bierherstellung treu, sondern geht auch neue Wege. 2024 tat man sich etwa mit den Kleinbrauereien Zlatá kráva, Dva kohouti, Cobolis und Lucky Bastard zusammen, um gemeinsam Spezialbiere anbieten zu können. Zudem gestaltete der Künstler TMBK eine limitierte Edition von Blechdosen für das Lagerbier Budvar 33.














