Gewerkschaften und ausländische Journalistenorganisationen unterstützen die streikenden Journalisten im CT

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Während Politiker und der Rat des Tschechischen Fernsehens in ihren Meinungen gespalten sind und sich am Dienstag zu keiner gemeinsamen Stellungnahme einigen konnten, sprachen sich die Gewerkschaften für eine klare Unterstützung der streikenden Journalisten aus. Die Reaktionen aus dem Ausland stehen ebenso eindeutig auf der Seite der revoltierenden Fernsehangestellten. Dagmar Keberlova fasst zusammen.

Bei der Sondersitzung des Rates der Böhmisch-Mährischen Konföderation der Gewerkschaftsverbände, die am Dienstag stattfand, haben die Gewerkschaftszentralen die Fernsehangestellten unterstützt. Die Konföderation und die Assoziation der selbständigen Gewerkschaften stehen auf der Seite der revoltierenden Journalisten und die Vorgangsweise der neuen Fernsehleitung um Jiri Hodac vergleichen sie mit den Säuberungsmethoden aus der Zeit der Normalisierung. Der Vorsitzende der Konföderation Richard Falbr forderte daher alle Verantwortlichen zum Rücktritt auf:

"Was die Person von Jiri Hodac und die Mitglieder des Fernsehrates betrifft, glaube ich, dass sie sich alle in den letzten Tagen dermaßen diskreditiert haben, dass man nur von ihrem Rücktritt sprechen kann."

Soweit Richard Falbr. Dem Streik der Prager Fernsehangestellten haben sich inzwischen auch Mitarbeiter der regionalen Fernsehstudios in Ostrava/Ostrau und Brno/Brünn angeschlossen.

Der Streik findet auch die Unterstützung jenseits der tschechischen Grenzen. Die Internationale Journalistenföderation bezeichnete am Dienstag den Streik als "einen Moment der Wahrheit für die Pressefreiheit und für die Demokratie." Gleichzeitig hat die Föderation die Europäische Union und den Europarat aufgefordert, Druck auf die tschechischen Ämter auszuüben mit dem Ziel, die Vorgehensweise von Jiri Hodac als verwerflich einzustufen. Der Generalsekretär der Föderation Aidan White führte weiter an, dass die Streikenden die Unterstützung aller Journalisten in Europa sowie weltweit haben. Eine klare Stellung bezog auch die Organisation "Reporter ohne Grenzen". Der Leiter der europäischen Sektion Jean Christoph Manne sagte hierzu gegenüber dem Tschechischen Rundfunk:

"Wir Reporter ohne Grenzen waren bereits letzte Woche durch die Methoden des neuen Generaldirektors beunruhigt. Wir halten sie für absolut unangebracht angesichts der grundlegenden Fragen, auf die die Journalisten eine Antwort suchen. Unsere Organisation betont vor allem das Recht der Journalisten, sich zu äußern und gehört zu werden. Nicht nur, dass die Journalisten der öffentlich- rechtlichen Medien für ihre Meinungen nicht bestraft werden dürfen, sondern ihre Meinung muss auch in Betracht gezogen werden."

Eine breite Unterstützung haben die Streikenden auch in der Öffentlichkeit. Die Petition zur Unterstützung der Revoltierenden haben bis Dienstag Abend über 120.000 Menschen unterschrieben, eine Gegenpetition zur Unterstützung der Leitung um Hodac zum selben Zeitpunkt nur etwa 3500 Menschen. Die unzufriedenen Bürger versammeln sich jeden Tag in den Abendstunden vor dem Nachrichtengebäude des TV-Senders, um den Streikenden ihre Solidarität auszudrücken. Am Dienstagabend war Martina Schneibergova vor Ort.