HK-Präsident: Bedingungen für Unternehmen sind schlechter geworden

Vladimír Dlouhý (Foto: ČTK / Michal Kamaryt)

Die Bedingungen für Unternehmen in Tschechien haben sich im zurückliegenden Jahr verschlechtert. Das sagte der Präsident der Tschechischen Handelskammer, Vladimír Dlouhý, am Donnerstag in seiner Eröffnungsrede zur Jahreshauptversammlung der Kammer in Čestlice bei Prag. Dlouhý bilanzierte dabei die zwölf Monate seit der vorherigen Versammlung im Jahr 2018. Er kritisierte die Gewerkschaften, die ihre Forderungen stetig erhöhen, sowie die Regierung, weil sie den Gewerkschaften in allen ihren Forderungen nachgebe, so Dlouhý.

Vladimír Dlouhý (Foto: ČTK / Michal Kamaryt)
„Seit der letzten Versammlung der Kammer haben sich die Bedingungen für Unternehmen in der Tschechischen Republik verschlechtert, Punkt. Dabei verlangen wir von der Regierung gar nicht viel, ja eigentlich nur eine Sache: Schafft gute und redliche Bedingungen für Unternehmungen und beseitigt die Hürden, die dem im Wege stehen“, sagte Dlouhý. In den letzten Monaten aber sei ihm dazu immer öfter nur dieser eine Satz eingefallen: „Werft uns wenigstens keine Knüppel vor die Beine“, ergänzte der Handelskammerchef.

Als besonders problematisch bezeichnete Dlouhý zwei Dinge: die jährliche Erhöhung des Mindestlohns und die Abschaffung der Karenzzeit im Krankheitsfall. Der Mindestlohn beeinflusse grundsätzlich alle Unternehmen in Tschechien und in „erdrückender Mehrheit“ auch die, die ihn nicht zahlen, weil sie die Prämien für ihre Arbeitnehmer staffeln müssen. Es sei ein Problem, dass die Löhne damit abgekoppelt werden von der Produktivität, die wesentlich geringer steige als die Gehalts- oder Tariferhöhung.

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Dlouhý kritisierte ebenso die Abschaffung der Karenzzeit, so dass die Arbeitgeber nun wieder auch für die ersten drei Tage bei der Erkrankung eines Arbeitnehmers dessen Sozialkosten zahlen müssen. Mit deutlichen und an die Regierung gerichteten Worten betonte er: „Sie haben die Karenzzeit aufgehoben, wie es die Gewerkschaften wollten. Aber Sie haben der Öffentlichkeit nicht erklärt, dass rechtschaffende Arbeitnehmer somit für Nichtstuer und Simulanten zuzahlen.“