Höchster Bau Tschechiens ist Geschichte: Sendemasten in Liblice gesprengt
Der höchste Bau des Landes steht nicht mehr. Am Donnerstagvormittag wurden die beiden Sendemasten im mittelböhmischen Liblice gesprengt – unter den Augen zahlreicher Schaulustiger. Zuletzt hatte noch ein Fan der Masten versucht, durch eine Eingabe ans Kulturministerium die Sprengung zu stoppen, allerdings ohne Erfolg.
Vier Kilogramm Semtex
Um 11:15 Uhr war es so weit: Mit vier Kilogramm Semtex wurden die 355 Meter hohen, rot-weißen Sendemasten zu Boden geschickt. Konkret wurden die Stahlseile gesprengt, die Liblice B aufrecht gehalten hatten.
Für den Eigentümer der Masten, das Telekommunikationsunternehmen České Radiokomunikace, war der Betrieb nicht mehr rentabel. Die Mittelwellen-Anlage war 1976 in Betrieb genommen worden. Ihre Sendeleistung betrug insgesamt 1,5 MW. Kleiner Fun-Fact: Die Aufzüge in den Sendemasten wurden nicht elektrisch, sondern mit Verbrennungsmotor betrieben.
Mittelwellensendungen des Tschechischen Rundfunks
Bis 2021 strahlte der öffentlich-rechtliche Tschechische Rundfunk (ČRo) in den Nachtstunden sein zweites Programm von dort aus, dann wurden die Mittelwellensendungen als Ganzes eingestellt. Radiokomunikace verhandelte danach mit mehreren Institutionen über eine Übernahme der Sendemasten. Eine Weile lang, von 2023 bis 2025, war der Privatsender Country Radio über die Anlage zu hören. Doch seit Frühling vergangenen Jahres herrschte dort wieder Funkstille.
Nach der Sprengung ist ein anderer Sendemast zum höchsten Gebäude des Landes geworden: jener in Krašov bei Plzeň / Pilsen aus den 1970er Jahren. Er misst 347,5 Meter.














