Wie wünschen Sie sich den Tschechischen Rundfunk?

Pressekonferenz des Tschechischen Rundfunks

Der Tschechische Rundfunk hat in den vergangenen Monaten die Ansichten der Öffentlichkeit gesammelt und Debatten mit Hörerinnen und Hörern veranstaltet. Ziel war es, die Meinung der Bürgerinnen und Bürger über die Gestaltung des öffentlich-rechtlichen Radioprogramms kennenzulernen.

„Wie wünschen Sie sich den Tschechischen Rundfunk?“ So hieß es in der Umfrage, mit der sich die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt im Sommer an die Öffentlichkeit wandte. Insgesamt kamen Antworten von über 11.000 Einzelpersonen und 100 Institutionen zusammen. Am Mittwoch wurden die Ergebnisse präsentiert. Martina Májíček Poliaková ist Direktorin für die strategische Entwicklung des Rundfunks:

Martina Májíček Poliaková,  Direktorin für strategische Entwicklung | Foto: Khalil Baalbaki,  Tschechischer Rundfunk

„Der Tschechische Rundfunk sollte objektive, unabhängige und glaubwürdige Nachrichten liefern und eine Säule für verifizierte Informationen sein. Dies ist in diesen Diskussionen sehr oft zur Sprache gekommen.“

Eben diesen Aspekt betonte auch Generaldirektor René Zavoral:

„Die Öffentlichkeit legt großen Wert auf die Unabhängigkeit des Tschechischen Rundfunks, sowohl von politischem als auch von wirtschaftlichem Druck. Ich denke, das ist eine sehr wichtige Sache.“

René Zavoral,   Generaldirektor des Tschechischen Rundfunks | Foto: Khalil Baalbaki,  Tschechischer Rundfunk

48 Prozent der Hörerinnen und Hörer erwarten laut Májíček Poliaková, dass der Tschechische Rundfunk weiterhin eine breite Palette von Produktionen, ein „Angebot für alle“ bietet. 35 Prozent hätten vor allem Programme hervorgehoben, die nicht von kommerziellen Sendern angeboten werden, so die Umfrage. Eine wichtige Rolle spielen in den Augen der Hörerinnen und Hörer die Regionalsendungen. Die Direktorin für Strategie:

Aufnahme des Sendebetriebs des regionalen Senders Czech Radio Liberec | Foto: Khalil Baalbaki,  Tschechischer Rundfunk

„Die Menschen wünschen sich mehr Nachrichten und investigative Berichterstattung aus den Regionen. Die Regionalsendungen sollen nicht nur Hinweise auf Kulturveranstaltungen enthalten, sondern auch Informationen darüber, was in der jeweiligen Region auf politischer oder gesellschaftlicher Ebene aktuell ist.“

Eine beträchtliche Anzahl der Befragten betonte die Notwendigkeit, die literarisch-dramatische Produktion zu unterstützen, 35 Prozent wünschen sich mehr Raum dafür. Ebenso stark war die Erwartung, dass der Tschechische Rundfunk mehr für die Kultur, die nationalen Traditionen und die tschechische Sprache tun sollte.

Für eine große Mehrheit seien zudem die digitalen Dienstleistungen von großer Bedeutung, sagt Májíček Poliaková:

iROZHLAS | Foto: Michaela Danelová,  iROZHLAS.cz

„Mehr als 80 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die Inhalte auf digitalen Plattformen angeboten werden. Das betrifft das Audioportal mujRozhlas, das Nachrichtenportal iRozhlas sowie On-Demand-Podcasts. Gleichzeitig werden Live-Sendungen im Internet hochgeschätzt.“

Nachdem die Rundfunkgebühren im Mai erhöht wurden, erhält die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt in diesem Jahr 197 Millionen Kronen (8 Millionen Euro) mehr für den Etat. Wie diese verwendet werden, erläutert Generaldirektor Zavoral:

René Zavoral | Foto: Khalil Baalbaki,  Tschechischer Rundfunk

„Die Öffentlichkeit legt Wert auf investigativen Journalismus. Wir wollen das Team der investigativen Redaktion ab dem Herbst stärken. Zudem haben wir beschlossen, ab dem neuen Jahr wieder eine Auslandskorrespondentenstelle in Südostasien einzurichten, wahrscheinlich mit Sitz in Seoul.“

Die Ergebnisse der Umfrage werden als Grundlage für das „Memorandum über die Umsetzung des öffentlichen Dienstes in den Jahren 2025–2029“ dienen, das vom Generaldirektor des Tschechischen Rundfunks und dem Kulturminister unterzeichnet werden soll.

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