Hohe Rohstoffpreise sorgen für sinkende Verkaufszahlen von Fairtrade-Kakao in Tschechien

In Tschechien wurde im vergangenen Jahr deutlich weniger Kakao mit dem Fairtrade-Siegel verkauft.

Jiří Tyleček  (links),  Lubomír Kadaně und Gabriela Kozlová | Foto: Fairtrade Česko a Slovensko

Konkret betrug der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr 20 Prozent, die Jahresbilanz lag damit bei 3445 Tonnen Kakaobohnen. Die Umsatzzahlen für das Hauptprodukt beim fairen Handel, nämlich Kaffee, blieben 2024 hierzulande aber fast konstant. Das Endergebnis von 1254 Tonnen grüner Kaffeekirschen stellt nur ein leichtes Minus von einem Prozent dar. Diese Zahlen stellte die Fairtrade-Organisation für Tschechien und die Slowakei (FTČS) am Donnerstag vergangener Woche bei einer Pressekonferenz vor.

Foto: Fairtrade Česko a Slovensko

Grund für die rückläufigen Statistiken seien vor allem die steigenden Rohstoffpreise, die wiederum durch Wetterschwankungen und Ernteausfälle verursacht worden seien, hieß es weiter. Die Vertreter von FTČS machten darauf aufmerksam, dass diese Unsicherheiten eine Bedrohung für die Landwirte in Lateinamerika und Afrika darstellten. Zum Klimawandel erläuterte Jiří Tyleček, Analytiker beim Unternehmen XTB:

„Es regnet, wenn es eigentlich trocken sein sollte. Und wenn es regnen soll, herrscht Trockenheit. Wir müssen uns an geringere Erträge und eine schlechtere Qualität gewöhnen, die die Preise für uns steigen lassen.“

Der Fairtrade-Absatz in Tschechien weist aber bei anderen Produkten weiterhin eine positive Tendenz aus. Bei zertifizierte Bananen gab es einen Anstieg von sieben Prozent, bei Tee sogar von 13 Prozent. Nach Jahren des deutlichen Wachstums ist aktuell aber die Stagnation eindeutig. Und diese wirkt sich auch auf die Höhe der Fairtrade-Prämie aus. Durch die Verkäufe in Tschechien wurden vergangenes Jahr knapp 38 Millionen Kronen (1,5 Millionen Euro) eingenommen, die den Erzeugern zusätzlich ausgezahlt werden und in den Ausbau der örtlichen Infrastruktur, Anbautechnik oder sozialer Einrichtungen fließen. 2023 hatte diese Summe noch bei 42,8 Millionen Kronen (1,7 Millionen Euro) gelegen.

Autor: Daniela Honigmann | Quelle: ČTK
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