Internationaler Währungsfond zieht Resume

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Nach zwei turbulenten Tagen hat das Prager Kongresszentrum wieder seine Pforten geschlossen. Finanzminister, Bänker und weitere Finanzexperten trafen sich, um der Weltbank und dem Währungsfonds eine neue Zielsetzung zu geben. Nach den Abschlußfeiern am Mittwoch traten noch einmal die wichtigsten Personen dieser Finanzinstitutionen, Horst Köhler und James Wolfensohn, am Donnerstag vor die Presse und zogen Bilanz.

" Die Gewalttäter von der Straße beinflußten auf keinen Fall unsere Arbeit und unsere Zielsetzung, die da heißt, einen Weg zu finden, wie man die Vorteile der Globalisierung allen zugänglich machen kann."

So die einführenden Worte Horst Köhlers, dem Chef des Internationalen Währungsfonds. Trotz der starken Proteste auf den Straßen der tschechischen Hauptstadt ließen sich die Finanzexperten keinesfalls von ihrer Arbeit abhalten. Man erarbeitete neue Entschuldungs- und Aufbauprogramme, speziell für die Länder in Afrika und der ehemaligen Sowjetunion. Neben dem Kampf gegen Armut standen strukturelle Reformen innerhalb des Währungsfonds und der Weltbank auf dem Programm der vergangenen zwei Tage. Zu einem der wichtigsten Punkte hier Horst Köhler:

" Unsere Mitglieder drängten darauf, daß der Währungsfonds ein Garant für ein stabiles Weltfinanzsystem sein sollte, denn diese Stabilität bringt einen Prozess zur besseren Wirtschaftsentwicklung in Gang."

Ein weiterer Punkt ist die neu definierte Zusammenarbeit des Währungsfonds und der Weltbank, die nach den Worten des Weltbankpräsidenten James Wolfensohn kommende Finanzierungsprogramme schneller und effektiver machen sollen. Was Investitionen betrifft, steht in Zukunft die Unterstützung der Entwicklung von neuen Informationstechnologien im Vordergrund. Auch die Immunschwäche AIDS sei, so Wolfensohn weiter, nicht nur eine Krankheit, sondern für viele Länder dieser Erde eine Existenzfrage. Daher dürfe es im Kampf gegen diese Krankheit kein Zögern von Seiten der Weltfinanzinstitutionen geben, ihren Beitrag zu leisten. Worin sieht James Wolfensohn die Ergebnisse dieser Jahrestagung ? :

" Wir kamen hierher nach Prag, um zu diskutieren und nicht um Ärger auszulösen. Wir hatten in der vergangenen Woche eine Menge von sehr produktiven Gesprächen nicht nur mit Wirtschaftexperten, aber auch mit Vertretern von Nichtregierungsorganisationen. Ein Dialog, von dem wir auch sehr viele Dinge lernen konnten."