Jazz meets Crowdfunding: Saxophonist Luboš Soukup mit neuem Album

Luboš Soukup (Foto: Alexander Dobrovodský, Archiv von Luboš Soukup)

Der junge tschechische Jazzmusiker Luboš Soukup lebt seit einigen Jahren in Kopenhagen. Vor kurzem hat er mit Through the Mirror ein neues Album herausgebracht, eingespielt von einer Mini-Bigband, unter Beteiligung eines deutschen Pianisten, und einem Streichquartett.

Luboš Soukup (Foto: Alexander Dobrovodský, Archiv von Luboš Soukup)
Luboš Soukup Ensemble – so nennt sich die neueste Formation des tschechischen Saxophonisten. Soukup stammt aus dem ostböhmischen Chrudim, lebt aber in Dänemark. Im vergangenen Jahr beendete er in Kopenhagen seine Ausbildung am dortigen Konservatorium. Aber noch während seines Musikstudiums gründete der noch nicht einmal 30-Jährige ein eigenes Quartett und veröffentlichte 2012 sein Debütalbum. Nun liegt eine neue CD des Tschechen vor, und dafür erweiterte er sein Quartett um sechs Bläser aus dem Dänischen Rundfunkorchester zu einer Mini-Bigband. Damit sei ein kleiner Traum wahrgeworden, wie Soukup im Booklet verrät. Entstanden ist aber kein reines Jazzalbum, denn die Streicher des tschechischen Epoque Quartets als weitere Gäste lassen Elemente von Neuer Musik einfließen.

Zum Quartett von Luboš Soukup gehören der Kontrabassist Joel Illerhag aus Schweden und der Schlagzeuger Morten Haesum aus Dänemark – aber auch der deutsche Pianist Christian Pabst, der aus Saarlouis an der Grenze zu Frankreich stammt. Soukup und er lernten sich während des gemeinsamen Studiums an der Musikhochschule in Kopenhagen kennen. Eigentlich lebt Pabst aber in Amsterdam.

Das Album Through the Mirror ist im Übrigen nicht auf herkömmliche Art finanziert worden. Ein Teil der Kosten trieb Luboš Soukup durch sogenanntes Crowdfunding ein. Er bat also Jazzenthusiasten, eine bestimmte Summe beizusteuern beziehungsweise ein Exemplar der entstehenden CD vorzukaufen. Doch dies habe nur einen kleinen Teil der gesamten Ausgaben für das Album gedeckt, sagte Soukup vor einiger Zeit dem Jazzsender des Tschechischen Rundfunks. Produziert wurde das Werk in Dänemark und Schweden.

Autor: Till Janzer
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