Keuchhusten auf dem Vormarsch – Gefahr für Babys

Illustrationsfoto: Barbora Kmentová

In Tschechien sind in diesem Jahr bereits über 800 Menschen an Keuchhusten erkrankt. So viele Erkrankungen wurden seit den 1960er Jahren nicht mehr verzeichnet und jede Woche werden 20 bis 25 neue Keuchhustenfälle gemeldet.

Illustrationsfoto: Barbora Kmentová
Der Keuchhusten ist in Tschechien – ähnlich wie auch in den Nachbarländern Deutschland und Österreich – auf dem Vormarsch. Experten gehen davon aus, dass die Zahl von Erkrankungen bis Ende des Jahres noch auf 1000 steigen könnte. Keuchhusten ist eine bakterielle Erkrankung der Atemwege, die Bakterien verbreiten sich durch Tröpfchen. Fachleute sprechen auch vom 100-Tage-Husten, weil die Krankheit manchmal bis über drei Monate andauern kann. Besonders problematisch ist, dass die Erkrankung nur schwer zu diagnostizieren ist, sagt Kateřina Fabiánová vom staatlichen Gesundheitsamt:

Antibiotika (Foto: Free Domain)
„Die Erkrankung ähnelt am Anfang den üblichen Atemwegserkrankungen – also Schnupfen, Husten, Fieber, Müdigkeit. Bei Keuchhusten ist aber typisch, dass der Hustenreiz immer schlimmer wird und eine übliche Behandlung durch Säfte und Tabletten nicht anschlägt.“

Wird schließlich Keuchhusten festgestellt, kommen Antibiotika zum Einsatz. Sie mindern die Gefahr, dass sich weitere Menschen anstecken. Aber die kräftezehrenden Hustenanfälle bleiben.

Kateřina Fabiánová (Foto: ČT24)
Die Gründe für den Anstieg der Erkrankungen in den letzten Jahren seien vielfältig, so Kateřina Fabiánová:

„Wir haben in den 1990er Jahren einen neuen Impfstoff eingeführt. Dieser ist zwar sicherer, der Schutz ist aber kürzer als bei dem früheren Impfstoff.“

Aber auch Fernreisen sind Mitschuld an der aktuellen Erkrankungswelle. Man könne aus dem Ausland einen Bakterienstamm einschleppen, dessen Ansteckungsfähigkeit höher sei.

In Tschechien werden nur Kinder obligatorisch gegen Keuchhusten geimpft. Der so genannte Sechsfach-Impfstoff schützt Säuglinge und Kleinkinder vor verschiedenen Krankheiten, darunter eben auch Keuchhusten. Im Vorschulalter werden die Kinder erneut geimpft und seit 2009 noch einmal im Alter von 11 Jahren:

Illustrationsfoto: Sura Nualpradi, FreeDigitalPhotos.net
„Die Impfung bei Schülern haben wir angesichts der steigenden Zahl der erkrankten Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren eingeführt.“

So Fabiánová. Sie empfiehlt aber auch, dass sich Erwachsene impfen lassen sollen:

„Besonders empfohlen wird die Impfung bei denjenigen Personen, die mit ganz kleinen Kindern in Kontakt stehen – also bei Müttern, Vätern, Geschwistern, Großeltern, aber auch bei medizinischem Personal und Kinderbetreuern. Wenn sie genug Antikörper haben, sinkt die Gefahr, dads sie ihre Neugeborenen anstecken.“

Und Babys sind die am stärksten bedrohte Gruppe, denn sie können erst ab der neunten Lebenswoche zum ersten Mal geimpft werden. In den letzten Jahren sind vier Neugeborene in Tschechien am Keuchhusten verstorben.