Komponist, Pianist und Schriftsteller Ilja Hurník gestorben

Ilja Hurník (Foto: Katarína Brezovská)

Er war vielseitig begabt: Ilja Hurník war Komponist, Pianist und Schriftsteller. Am 7. September ist der Musiker im Alter von 90 Jahren gestorben.

Ilja Hurník (Foto: Katarína Brezovská)
Ilja Hurník stammte aus Poruba, das heute zu Ostrava / Ostrau gehört. Mit elf Jahren schrieb er eigene Klavierkompositionen. Er studierte Klavier auf dem Prager Konservatorium bei Vilém Kurz und an der Prager Kunstakademie bei Ilona Štěpánová-Kurzová sowie Komposition bei Vítězslav Novák am Konservatorium. Er war Solist der Janáček-Philharmonie in Ostrava. Als Pianist war Hurník ein hervorragender Interpret der Werke von Claude Debussy und Leoš Janáček, mit denen er berühmt wurde.

Hurník schrieb Opern, Sinfonien, Kompositionen für Kinder sowie Kammer- und Vokalwerke. Zu den bekanntesten davon gehört die Kantate Ezop. Von Hurníks Opern ist „Die Dame und die Räuber“ am populärsten. Das Libretto schrieb der Komponist selbst. Als Vorlage diente ihm der Film „The Ladykillers“ von William Rose. Die Premiere der Oper fand 1966 in Plzeň / Pilsen statt. Später wurde die Oper auch in Deutschland aufgeführt, und zwar in Kiel und in Halberstadt. Hurník war auch ein anerkannter Musikpädagoge.

Foto: Supraphon
Ilja Hurník ist hierzulande nicht nur durch sein Musikwerk, sondern ebenso durch seine humorvollen Erzählungen bekannt geworden. Seine Erinnerungen fasste der Komponist in den Büchern „Dětství ve Slezsku“ (Die Kindheit in Schlesien) und „Závěrečná zpráva“ (Der Abschlussbericht) zusammen.

2007 wurde Hurník von Präsident Václav Klaus mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet. 2010 wurde dem Musiker der Preis des Kulturministeriums für sein Lebenswerk verliehen. Nach dem Komponisten wurden inzwischen zwei Schulen - in Prag und in Opava - benannt.