„Künstlerischer Selbstmord“ von E Converso

E Converso (Foto: Archiv des Tschechischen Zentrums Paris)

Das Quartett spielt auch auf seinem jüngsten Album experimentelle Jazz-Fusion – diesmal aber live aufgenommen.

E Converso  (Foto: Archiv des Tschechischen Zentrums Paris)
Hinter E Converso verbirgt sich vor allem der Saxophonist Michal Wróblewski. Er hat in Brno / Brünn an der Musikhochschule Jamu studiert sowie in Oslo – und gründete 2011 die Band. Zu dem Quartett gehören noch der Gitarrist Jan Pisklák, der Bassist Vladimír Micenko sowie der Schlagzeuger Jan Chalupa. Alle Bandmitglieder sind auch noch in anderen Musikformationen aktiv. Michal Wróblewski gehört beispielsweise der Bigband des Tschechischen Rundfunks an sowie der Gruppe Bran, die keltischen Folk-Rock intoniert. Vladimír Micenko spielt wiederum auch bei Fanfán Tulipán und dem Concept Art Orchestra.

2014 haben E Converso ihr Debütalbum herausgebracht. Es nennt sich „Konspirační melodie“ (konspirative Melodien). Ein Stück des Albums deutet an, in welche Richtung die musikalische Reise geht: „Downtown“ ist eine Anspielung auf die sogenannte Downtown Music aus New York, die mit Yoko Ono ihren Anfang nahm und der auch Philip Glass, Steve Reich oder John Zorn zugerechnet werden.

Michal Wróblewski  (Foto: Petr Vidomus,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Doch die Einflüsse in der Musik von E Converso sind noch vielfältiger. Man habe „alles geklaut“, was einem in den Weg gekommen sei, hat Michal Wróblewski vor einiger Zeit in einem Interview gesagt. Die Anleihen sind also nicht nur aus dem Jazz, sondern auch aus Rock, Heavy Metal, Country, Punk, neuer Musik oder Folk.

In einem aktuellen Gespräch für die Jazz-Sendungen des Tschechischen Rundfunks erläutert Wróblewski weiter, dass ein Teil der Musik von E Converso reine Improvisation sei. Nicht verwunderlich daher: Das zweite Album der Band, das vor kurzem herausgekommen ist, wurde bei zwei Konzerten in Prag und Brünn live eingespielt. Titel des Werks: Umělecká sebevražda – Radikální kreativita (Künstlerischer Selbstmord – radikale Kreativität).

Autor: Till Janzer
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