Kunst aus Eis: Bildhauer schnitzen Skulpturen in den Beskiden

Foto: ČTK

In den vergangenen Tagen herrschte hierzulande eher mildes Wetter, es erinnerte eher an den Frühlingsbeginn als an Januar. In den tschechischen Bergen liegt nur wenig oder überhaupt kein Schnee, so auch in den mährischen Beskiden. Trotzdem verwandelte sich der dortige Weiler Pustevny am vergangenen Wochenende in ein Schnee-Königreich. Denn so hieß ein internationales Symposium, bei dem Skulpturen aus Eis geschaffen wurden.

Foto: ČTK
Es wurde geschnitzt, gehackt, gesägt und geschliffen. Neun große Statuen sind so entstanden. Normalerweise kommen die Besucher nach Pustevny, um sich die malerischen Berghütten anzuschauen, die hier seit über 100 Jahren stehen. Nun aber besteht zudem die Eisgalerie in dem Ort, 1000 Meter über dem Meeresspiegel nahe der Stadt Frenštát pod Radhoštěm / Frankstadt. Die Werke stammen alle von professionellen Künstlern, die von Donnerstag bis Sonntag am Bildhauersymposium mit dem Titel „Schnee-Königreich“ teilnahmen. Am Sonntag wählte dann eine Fachjury den Sieger. Dies sei keine einfache Aufgabe gewesen, sagt Miroslav Hrabal vom Veranstalterteam:

„Die Storchenfrau oder Babišs Kreuz“  (Foto: ČTK)
„Es wird jedes Jahr schwieriger, die besten Statuen auszusuchen. Denn zu den Teilnehmern gehören mehrere Sieger von den Symposien aus den vergangenen Jahren, sie haben viel Erfahrung mit der Arbeit an einer Eisskulptur. Neben der Fachjury küren auch die Zuschauer die schönste Skulptur. Diesmal hat ihnen der ´Thron´ am meisten gefallen.“

Die Skulptur ist ein gemeinsames Werk von Dagmar Hrabalová, Ondřej Procházka und Tomáš Arnošt. Die Wahl der Fachjury fiel wiederum auf das Werk mit dem Titel „Die Storchenfrau oder Babišs Kreuz“. Dieses ist eine abstrakte Statue. Der Jury gefielen daran das Thema und die technische Ausführung. Bildhauer Petr Fridrich ließ sich seinen Worten zufolge vom Ökozentrum Čapí hnízdo (Storchnest) bei Benešov / Beneschau inspirieren, diese Einrichtung gehört dem Milliardär und Chef der Ano-Partei, Andrej Babiš. Die Skulptur symbolisiere Macht, so der Künstler. Das Werk sei aber nicht politisch, betont der Bildhauer. Mit Statuen aus Eis hat er schon viele Erfahrungen:

Miroslav Hrabal  (Foto: ČTK)
„Mit Eis arbeitet man praktisch wie mit Holz. Zuerst werden Stücke abgehackt und dann wird geschnitzt. Eigentlich ist es eine Steinmetz- und Holzschnitzerarbeit.“

Die Siegerskulptur von Petr Fridrich sowie die weiteren Werke aus Eis sind noch bis zum 26. Januar ausgestellt. Die Eisgalerie ist in einem großen Zelt untergebracht. Veranstalter Miroslav Hrabal:

„Das Zelt wurde so konstruiert, dass es gekühlt werden kann. Vor allem schützt es die Skulpturen aber vor Wind und Regen.“

Die Veranstalter hatten den Künstlern für das Symposium insgesamt 240 Eisblöcke mit 20 Tonnen Gesamtgewicht zur Verfügung gestellt. Es war bereits das 16. Zusammentreffen der Bildhauer in Pustevny. Wegen der hohen Temperaturen konnten diesmal jedoch keine Skulpturen aus Schnee gebaut werden. Insgesamt entstanden während der Symposien in den vergangenen Jahren über 180 Statuen, geschaffen von Bildhauern aus fünf Ländern.

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