Kvitová führt Tschechiens Tennisdamen zum dritten Fed-Cup-Sieg seit 2011

Foto: ČTK

Das Damentennis Made in Czech ist absolute Weltspitze! Insbesondere in der Breite, denn als Team haben die tschechischen Tennisspielerinnen am Sonntag zum dritten Male in den letzten vier Jahren den Fed Cup gewonnen. Im Prager Finalduell mit Deutschland behielten sie mit 3:1 die Oberhand. Herausragende Akteurin des Finals war Petra Kvitová, die zwei Siegpunkte zum insgesamt achten Cupgewinn eines tschechischen (einschl. tschechoslowakischen) Damenteams beisteuerte.

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Am Sonntag kurz nach 16 Uhr konnten die rund 13.000 Zuschauer in der ausverkauften Prager O2-Arena zum zweiten Mal binnen zwei Jahren einen tschechischen Sieg im Fed Cup bejubeln. Den alles entscheidenden Matchball zum Finalsieg über die deutschen Damen verwandelte Petra Kvitová in ihrem begeisternden Einzel gegen die deutsche Nummer eins, Angelique Kerber. Für die 24-Jährige war das ein ganz besonderer emotionaler Moment:

„Ich denke, dass ich schon einige Male im Fed Cup den entscheidenden Punkt für unser Team geholt habe, ihn aber im Finale zu machen, ist ein ganz spezieller Moment.“

Petra Kvitová (Foto: ČTK)
Und diesen erlebte die Weltranglisten-Vierte am Sonntag in Prag tatsächlich zum ersten Mal. Petra Kvitová war zwar 2011 beim Finalsieg im Moskau gegen Russland und 2012 beim Triumph über die Serbinnen in Prag auch eine wichtige Stütze des tschechischen Damenteams, den Siegpunkt aber erkämpften ihre Teamkolleginnen. Vor drei Jahren in Moskau bestritt sie indes nach eigener Aussage gegen Swetlana Kusnezowa ein ähnlich schweres und packendes Match wie am Sonntag gegen Angelique Kerber, das sie nach drei Sätzen mit 7:6, 4:6 und 6:4 gewann. Der Spielerin aus Fulnek war jedoch schon vorher bewusst, dass dies ein großer Kampf wird:

Angelique Kerber (Foto: ČTK)
„Ich wusste, dass Angie befreiter aufspielen wird als am Samstag. Das Duell der beiden Nummer-Eins-Spielerinnen ist immer noch etwas anderes, zumal meine Gegnerin nach dem Rückstand von 0:2 nichts mehr zu verlieren hatte. Sie konnte sich von ihrer besten Seite zeigen, was sie dann auch getan hat.“

Über ihre knappe Niederlage war Angelique Kerber zwar enttäuscht, aber nicht geknickt:

„Ich habe gutes Tennis gezeigt und ich glaube, dass Petra und ich ein tolles Spiel für die Zuschauer abgeliefert haben. Das war sicher auch eines der besten Matche, die ich in diesem Jahr gespielt habe.“

Im bedeutungslos gewordenen Doppel, das Sabine Lisicki und Julia Görges mit 6:4 und 6:3 gegen Andrea Hlaváčková und Lucie Hradecká gewannen, konnten die deutschen Damen das Endergebnis zwar noch etwas korrigieren, am verdienten Sieg der Gastgeberinnen aber ließ auch Kerber keinen Zweifel:

Lucie Šafářová (Foto: ČTK)
„Die Tschechinnen waren einfach stark, und sie hatten zudem den Vorteil, dass sie schon Finalerfahrungen besaßen und vor ihrem Heimpublikum spielten. Ich glaube aber, dass wir gestärkt aus diesem Finale herausgehen und die gewonnenen Erfahrungen mit in die nächste Fed-Cup-Saison nehmen.“

Wenn die deutschen Tennisspielerinnen dabei wieder an die Leistungen aus dieser Saison anknüpfen, dann könnten sie im nächsten Jahr erneut erst im Finale auf die Tschechinnen treffen. Denn das siegreiche Quartett Petra Kvitová, Lucie Šafářová, Andrea Hlaváčková und Lucie Hradecká hat sowohl das Zeug als auch noch den Hunger auf weitere Erfolge. Zudem haben ihnen die Russinnen bereits vorgemacht, wie man vier Titel binnen fünf Jahren gewinnt. Mit acht Pokalsiegen ist Tschechien bereits die zweitbeste Fed-Cup-Nation hinter den Vereinigten Staaten, die die Trophäe 17 Mal gewonnen haben.

Autor: Lothar Martin
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