Meister der Konzertgitarre – Lubomír Brabec

Lubomír Brabec (Foto: Vojtěch Havlík, Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Er gilt als einer der besten Konzertgitarristen weltweit, und seine Karriere hat vor über 40 Jahren begonnen: Lubomír Brabec. Unzählige Aufnahmen hat er eingespielt, wobei er einen Bogen schlägt von Bach, Vivaldi oder Prokofiev, über spanische Gitarrenmusik, bis hin zu Pop-Hits. Über die Jahrzehnte hinweg hat er sich auch eine große Fangemeinde im Ausland aufgebaut. Und das unter anderem mit einem berühmten Konzert, das sich dieses Jahr zum 20. Mal jährt.

Lubomír Brabec  (Foto: Vojtěch Havlík,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Dabei war anfangs gar nicht klar, dass Lubomír Brabec einmal auch wirklich Musik machen würde. Zwar stammt der 63-Jährige aus der Familie eines Kontrabassisten aus Plzeň / Pilsen und begann schon früh, Instrumente zu lernen. Doch wie Brabec vor einiger Zeit in einem Interview gestanden hat, wollte er bis zu seinem 14. Lebensjahr eigentlich Profi-Schwimmer werden. Bis heute liebt er noch den Sport, von Wildwasserkajak über Segeln bis zum Tauchen und Canyoning. Damals wurde er aber von seinem Musiklehrer für die Schönheit des Gitarrenspiels und der klassischen Musik begeistert. Das habe sein Leben komplett verändert, so der heutige Weltstar.

Er studierte dann in Pilsen und Prag das Spiel auf seinem heutigen Instrument, konnte 1980 aber an der Royal Academy of Music in London auch einen Master machen. Da hatte er schon längst seine ersten internationalen Meriten verdient. 1974, im Alter von 21 Jahren, wurde er Laureat des internationalen Gitarrenwettbewerbs in Paris. Das eröffnete ihm den Weg zu einer Weltkarriere.

Foto: Supraphon
Nach dem Fall des kommunistischen Regimes konnte Lubomír Brabec auch die Früchte für seine Bekanntheit ernten. Noch im Umbruchjahr 1990 holte er mit einer Einspielung beim tschechischen Label Supraphon die Goldene Schallplatte, dasselbe gelang ihm sechs Jahre später noch einmal mit der Aufnahme eines Vivaldi-Konzerts. Auch weitere Ehren wurden ihm zuteil wie etwa die Villa-Lobos-Medaille von der brasilianischen Regierung im Jahr 1989.

Die weltweit größte Aufmerksamkeit erzielte der Gitarrist aber mit seiner Begeisterung für die Antarktis. Diese bezeichnet er als mystischen Kontinent, weil er so ohne menschliche Einflüsse sei. Im Jahr 1997 spielte Lubomír Brabec in der Antarktis das bisher südlichste Konzert aller Zeiten. Mit Werken von Johann Sebastian Bach trat er vor Polarforschern auf, und zwar auf einem Greenpeace-Schiff. Das japanische Fernsehen übertrug den Auftritt live in die ganze Welt. Brabec ist danach im Übrigen noch zweimal in die Antarktis zurückgekehrt. Einmal zum Tauchen, und das andere Mal segelte er dorthin.

Autor: Till Janzer
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