Michelin verleiht erstmals zwei Sterne für Restaurant in Tschechien
Der Restaurant-Führer Michelin hat zum ersten Mal nicht nur in Prag Restaurants beurteilt, sondern auch in anderen Gegenden Tschechiens. Und siehe da: Die beste Bewertung erhielt ein Haus vor den Toren der Hauptstadt.
Erstmals überhaupt gab es zwei Sterne für ein Restaurant in Tschechien, und zwar für das Papilio in Vysoký Újezd. Weitere acht Gasthöfe im Land konnten sich über jeweils einen Michelin-Stern freuen. Fünf von ihnen befinden sich in Prag und jeweils einer in Olomouc / Olmütz, Zlín und dem südmährischen Hlohovec. Außerdem wurden 18 Häuser mit dem Titel Bib Gourmand ausgezeichnet, der laut Michelin hervorragendes Essen zu vernünftigen Preisen bedeutet.
Jan Knedla ist Chefkoch bei Papilio und zeigte sich gerührt von den zwei Michelin-Sternen:
„Davon habe ich mein ganzes Leben lang geträumt. Und jetzt, da ich sie habe, kann ich es nicht glauben. Ich arbeite mit dem besten Team zusammen. Die Leute, die ich ausgewählt habe, sind Spitzenkräfte in ihrem Fach.“
Papilio gilt als Luxusrestaurant. Chefkoch Knedla hat unter anderem beim Italiener Andrea Accordi im Prager Restaurant Allegro gelernt. Dieses erhielt 2008 den allersten Michelin-Stern Tschechiens und überhaupt eines postkommunistischen Landes. Weitere Erfahrungen sammelte Knedla beim französischen Spitzengastronom Joël Robuchon und bei Richard Ekkebus in Hongkong.
Dass Michelin nun erstmals Restaurants aus ganz Tschechien ausgezeichnet hat, geht auf eine Zusammenarbeit mit CzechTourism zurück. Die Tourismus-Agentur will das Land als gastronomisches Reiseziel bekannter machen. Bei der Präsentation des neuesten Michelin-Führers in Mariánské Lázně / Marienbad sagte CzechTourism-Chef František Reismüller:
„Wir planen eine Kampagne in den sozialen Netzwerken und im Internet. Dabei sollen sowohl konkrete Restaurants, die jetzt ausgezeichnet wurden, beworben werden als auch allgemein die tschechische Gastronomie.“
Dies geschieht in Kooperation mit Michelin. Denn CzechTourism hat im März mit den Franzosen einen entsprechenden Vertrag über drei Jahre abgeschlossen. Diese Zusammenarbeit kostet den tschechischen Staat insgesamt 32,5 Millionen Kronen (1,34 Millionen Euro), was einige Fachleute und ein Teil der Öffentlichkeit kritisiert haben.







