Mit dem Fahrrad durch Prag: So fährt es sich durch die tschechische Hauptstadt

Brücke zwischen den Stadtteilen Holešovice und Karlín

Mit dem Fahrrad durch eine Großstadt zu fahren, ist nicht immer einfach. In Prag sind es zum Beispiel das Relief, das einem zu schaffen macht, aber auch die Pflastersteine. Wie sicher Prag für Radfahrer ist und wie es um die Infrastruktur für sie steht.

Mit dem Fahrrad durch Prag zu fahren, kann schön, aber auch ganz schön anstrengend sein. Denn es gibt in der Stadt einige Hügel, die nicht zuletzt durch ihren Anstieg schwer zu erklimmen sind. Ein Hügel befindet sich auch noch direkt in der Innenstadt: Der höchste Punkt des Petřin liegt 327 Meter über dem Meeresspiegel. In welchen Stadtteilen die Radwege ausgebaut sind, weiß Daniel White vom Verein AutoMat:

Verkehrsschild für Zweirichtungsfahrradweg in Prag | Foto: Lennart Faulhaber

„Gute Radwege gibt es entlang der Ufer der Moldau im Norden und Süden Prags, aber leider sind diese Wege nicht im Stadtzentrum miteinander verbunden. Für die Nutzung in der Freizeit und für Pendler sind die Radwege im Nordosten, in den Stadtteilen Letňany, Čakovice und Kbely sehr gut.“

Daniel White arbeitet im sogenannten „Laboratory for sustainable Urbanism“ – auf Deutsch: Untersuchungsstelle für nachhaltigen Städtebau – beim Verein AutoMat. Er kann auch mehr über die Verkehrssicherheit in Prag sagen:

„Prag hat zwar eine recht gute Sicherheitsbilanz, aber es gibt einige Stellen, an denen Unfälle passieren. Ein Beispiel: Die Uferstraße Smetanovo nábřeží hier im Zentrum ist stark befahren und daher für Radfahrer nicht sehr sicher.“

Die Fußgängerbrücke dürfen auch Radfahrer nutzen | Foto: Lennart Faulhaber

Auf der Straße Vršovická im zehnten Stadtbezirk ist ebenfalls defensives Fahren angesagt, denn der Fahrradschutzstreifen endet an zwei Stellen plötzlich – kurz vor der Kreuzung mit der Straße Kodaňská und kurz vor dem Platz Kubánské náměstí. Lediglich Piktogramme verweisen dann noch darauf, dass man als Radler hier weiterfahren soll und kann. Außerdem parken Autos auf der Straße.

Prag hat fast 1,4 Millionen Einwohner. Die Gesamtlänge der Radwege wirkt dagegen eher unterdimensioniert – verglichen mit anderen Städten:

„Es gibt keine offizielle Zahl für reine Radwege. Aber wir schätzen, dass es zwischen zehn und 20 Kilometer sind.“

Zweirichtungsfahrradweg auf der Straße Pelléova im Prager Stadtteil Dejvice | Foto: Lennart Faulhaber

Dass da noch Luft nach oben ist, zeigt etwa der Vergleich mit München. Die Hauptstadt Bayerns kann – einem Bericht aus dem Jahr 2023 zufolge – mit 42 Kilometern reinen Radwegen aufwarten. Insgesamt gibt es in München 860 Kilometer Wege, die für Fahrräder ausgewiesen sind, aber etwa auch von Fußgängern genutzt werden. Im flächenmäßig-kleineren Leipzig bestehen nach Angaben der Stadt 400 Kilometer Radwege. In Köln sind es ebenfalls 400 Kilometer. Und in Prag?

„Es gibt etwa 250 Kilometer Wege, die in der Regel Gehwege sind und auf denen Radfahrer gleichermaßen fahren dürfen – also Wege für Fußgänger und Radfahrer.“

Über den Ausbau weiterer Wege sagt Daniel White:

„Die Stadt ist sich des Bedarfs an Radwegen bewusst und hat große Pläne. Leider kommen die Arbeiten nicht schnell genug voran, und es fehlt an Geld und Personal für die Radinfrastruktur.“

In Prag sollte man sich auch – gerade wenn man mit dem Rennrad fahren möchte – auf Kopfsteinpflaster einstellen. Unter mapa.prahounakole.cz findet man eine Karte für Fahrradfahrer, die auch die Oberflächenbeschaffenheit der Wege beschreibt.