Moderne Schatzsuche - Das Geocaching

Foto: Archiv Radio Prag

Manche Menschen sammeln Gegenstände, andere Menschen betreiben waaghalsige Sportarten und wiederum andere reisen um die Welt. Womöglich gibt es ein Hobby, das von allem etwas ist: Das Geocaching. Auch in Tschechien ist diese Freizeitaktivität beliebt.

Es ist eine Art moderne Schatzsuche oder elektronische Schnitzeljagd. Beim Geocaching suchen die Jäger mittels GPS Gerät und vorgegebenen Koordinaten die versteckten Caches. Das sind unterschiedlich große Behälter. Sie enthalten ein Logbuch und meistens Tauschgegenstände. Mittlerweile gibt es weltweit schätzungsweise mehr als zwei Millionen Caches. In Prag fand im September sogar eine Art Messe rund um das Caching statt. Neben Amerika und Deutschland ist Tschechien in den Onlineregistrierungen unter den Top Fünf der Weltrangliste. Jan Linhart ist Vorsitzender der Tschechischen Geocaching-Vereinigung.

„Wir sind, was die Caching-Aktivität anbelangt, sehr gut aufgestellt. In Tschechien liegen die am häufigsten besuchten Caches der Welt. Die Nummer Eins ist ein Cache auf der Karlsbrücke. 15 von den 20 weltweit am häufigsten besuchten Caches sind in der Tschechischen Republik und das allein spricht schon für sich.“

Jan Linhart (Foto: Archiv von Jan Linhart, Geocaching.com)
Jan Linhart vermutet auch, warum das so ist:

„Das liegt wohl daran, dass Prag ein bekanntes Touristenziel ist. Vor allem Besucher aus dem Ausland nutzen die Gelegenheit, hier den einen oder anderen Cache abzugreifen. Aber auch die tschechischen Jäger fühlen sich in der Hauptstadt wie zu Hause, denn sie wissen um den Reichtum an Caches in Prag.“

Zum Event in Prag sind auch Interessierte aus Deutschland angereist. Lars Dröscher ist Elektroingenieur und geht diesem Hobby seit knapp zwei Jahren nach:

Foto: Archiv Radio Prag
„Man kann die Caches natürlich überall verstecken. Für uns wird es umso interessanter, wenn es besondere Orte sind. An den ‚lost places’, den vergessen Orten, sind auch viele Geocaches versteckt. In Ostdeutschland zum Beispiel sind das vor allem verlassene Kasernen oder Bunker. Eigentlich ist für jeden etwas dabei. Andere Caches sind mitten in der Natur, sie werden je nach Schwierigkeit mit T 1 bis 5 gekennzeichnet, wobei 5 die schwierigste Terrainwertung ist. Für solche Caches muss man schon klettern.“

Ein persönliches Highlight kann Dröscher nicht benennen, dazu waren es zu viele unter den wohl 1400 gefundenen Caches. Doch einige Erlebnisse sind ihm im Gedächtnis geblieben, er nennt ein Beispiel:

Illustrationsfoto: danc222, Stock.xchng
„In Hannover gibt es einen sogenannten Multi-Cache. An der ersten Station steht, die Suche könne nur Punkt 22 Uhr Abends begonnen werden und der Cacher solle auf eine Gebäudefläche blicken. Im Endeffekt fing genau um 22 Uhr ein Laserpointer an, auf das Gebäude zu leuchten, und zwar in einem Takt. Aus diesem Takt kann man Koordinaten bilden, die zur nächsten Station führen.“

Für Dröscher ist es gerade die Kombination aus Technik und Natur, die ihn am Geocaching begeistert. Das reizt natürlich auch die Tschechen. Hierzulande gibt es knapp 40.000 aktive Schatzsucher. Das Hobby ist aber kein Wettkampf, denn jeder verfolgt andere Ziele. Manche wollen zum Beispiel in jeder größeren Stadt einen Cache verbuchen, andere hingegen einen Fund in jedem Land Europas.