„My Czech Story“ – Prag-Reise ist Hauptpreis im Foto-Wettbewerb

Prag (Foto: Kristýna Maková)

In der heutigen Ausgabe unseres Hörerforums geht es gleich um zwei Wettbewerbe. Wir stellen Ihnen den Gewinner des regelmäßigen Monatsquiz’ vor und erläutern aber auch den Foto-Wettbewerb, den Radio Prag neu ausgeschrieben hat. Außerdem schenken wir Ihren Erinnerungen an den August 1968 Raum.

Foto: Kristýna Maková
Herzlich willkommen zum Hörerforum, liebe Hörerinnen und Hörer. Wie üblich, stellen wir Ihnen in der ersten Sendung des Monats eine Quiz-Frage. Sie betrifft diesmal den Sport und lautet:

Am 25. September wäre der legendäre Sportler Josef „Pepi“ Bican 100 Jahre alt geworden. In welcher Sportart war er so überragend?

Schicken Sie Ihre Antwort an die Adresse [email protected]. Unsere Quiz-Frage im August bezog sich auf die Ereignisse des Jahres 1968. Sie lautete: „Vor 45 Jahren sind die Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei einmarschiert. Welches war das genaue Datum dieser Invasion?“

Foto: Tschechisches Fernsehen
Das genaue Datum – nämlich der 21. August 1968 – haben viele von Ihnen gekannt. Von den richtigen Antworten haben wir die von Rudolf Sonntag aus Gilching ausgelost. Herr Sonntag bekommt einen Sachpreis von uns. Herzlichen Glückwunsch!

Auf den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen im August 1968 beziehen sich auch mehrere weitere Zuschriften. Lutz Winkler aus Schmitten im Taunus schreibt:



Alexander Dubček  (Foto: Tschechisches Fernsehen)
„Im Monat August hat sich ja der Prager Frühling zum 45. Mal gejährt. Radio Prag hat in den Sendungen und auf der Internetseite sehr ausführlich über dieses geschichtliche Ereignis berichtet. Besonders der Hörerbrief von Ingrid Flach aus Potsdam aus der letzten Hörerpostsendung hat mich tief beeindruckt. Ich war damals fünf Jahre alt. Ich kann mich daran erinnern, dass ich mit meinen Eltern in den Sommerferien in die Tschechoslowakei einreisen wollte und wir an der Grenze wieder umdrehen mussten. Verstanden habe ich das damals noch nicht. Ich sehe aber immer noch die Bilder vor mir. In den 70er und 80er Jahren besuchten wir regelmäßig die Tschechoslowakei und der Name Alexander Dubček tauchte in Gesprächen immer mal wieder auf, durfte aber nicht offiziell genannt werden. Es gab aber viele Tschechen, die sich an die Hoffnungen, die mit diesem Namen verbunden waren, positiv erinnerten. Die brutale Niederschlagung des Aufstandes hatte aber viel Enttäuschung und Verbitterung hinterlassen. Vielen Dank für die ausführlichen Berichte und die Fotodokumentation sowie die zahlreichen Tondokumente auf der Webseite. Gibt es denn auch Tondokumente aus der deutschsprachigen Redaktion aus dieser Zeit?“

Foto: Dusan Neumann,  Wikimedia Commons Free Domain
Leider nicht, Herr Winkler. Wir hätten diese natürlich gerne veröffentlicht, leider sind sie allerdings nicht im Archiv erhalten geblieben. Deswegen können wir nur darauf hoffen, dass vielleicht mal etwas in einer Privatsammlung oder irgendwo im Keller oder auf dem Dachboden auftaucht - so wie es bei der historischen Aufnahme mit Václav Havel der Fall war, über die wir im letzten Kapitel aus der tschechischen Geschichte berichtet haben. Über diesen Beitrag haben sich im Übrigen Carmen Heyn aus Haselbachtal und ihre Muter gefreut; dies schreibt uns Frau Heyn und fasst auch die Erinnerungen ihrer Mutter an 1968 zusammen:

„1968 war meine Mutter zwölf Jahre alt, als die Panzer in Deutschland rollten. Sie war mit ihrer Mutter in Urlaub in Mittelsachsen. Als die Panzer die ganze Nacht rollten, konnten beide nicht schlafen, sie haben gedacht, es beginne ein Krieg. Am nächsten Tag brachen sie ihren Urlaub ab und fuhren nach Hause in die Oberlausitz. Unterwegs, auf den Straßen, sah man sehr genau, wo Panzer entlanggerollt waren - dort war die Straße beschädigt. Von älteren Personen erfuhr meine Mutter später, dass in der Nähe von Herrnhut junge Deutsche begeistert die Ereignisse in der Tschechoslowakei über die deutschsprachigen Sender (vermutlich Radio Prag) verfolgten und vor Verzweiflung weinten, als sie auf der einen Seite die hoffnungsvollen Berichte aus Prag hörten, und andererseits sahen, wie die Panzer durch ihre eigenen Dörfer Richtung Grenze rollten. Es wurde auch da erzählt, dass deutsche Jugendliche die Straßenschilder verdreht haben sollen, so das ortsunkundige Panzerfahrer in die Irre geführt wurden.“

Miloš Zeman  (Foto: ČTK)
Soweit eine Erinnerung aus Sachsen. Der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman hatte sich ja zum 21. August geäußert. Er sagte, die Eliten von damals hätten versagt und die tschechoslowakischen Bürger verraten. Dazu hat uns Walter Herda aus Barleben folgende Überlegungen geschickt:

„Es dürfte einem zum damaligen Zeitpunkt 24-jährigen Tschechen nicht entgangen sein, mit welchen rigiden Methoden die Sowjets mit ihrer Militärmacht Freiheitsbestrebungen in ihren Vasallenstaaaten (DDR 1953, Ungarn 1956, ČSSR 1968) unterdrückt haben. Die von den Sowjets unterdrückten Völker Osteuropas schauten 1968 gebannt auf die Entwicklung in der ČSSR. Auch sie wünschten sich einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz. Tiefe Enttäuschung machte sich besonders in der DDR breit, als Dubček und seine nach Moskau verschleppten Mitglieder der Regierung gezwungen wurden, dem Reformkurs von 1968 abzuschwören. Unter den heutigen Bedingungen lässt es sich leicht darüber schwafeln, dass Svoboda, Dubček und andere ihr Volk damals verraten hätten. Ich möchte nicht wissen, wie damals Miloš Zeman gehandelt hätte - wäre er damals an der Spitze der ČSSR gestanden und dem Druck der Spitzenvertreter des Ostblocks ausgesetzt gewesen.“

Soweit, liebe Hörerinnen und Hörer, ihre Briefe zum August 1968. In der zweiten Hälfte unserer Sendung wollen wir auf einen neuen Wettbewerb hinweisen, den Radio Prag und CzechTourism gemeinsam ausgeschrieben haben. Was Ihre Aufgabe beim Wettbewerb ist und was man gewinnen kann, dazu erfahren Sie mehr im folgenden Gespräch mit Gerald Schubert, dem Chefdramaturg von Radio Prag.


Wettbewerb ‚Meine tschechische Geschichte’
Seit Anfang September läuft auf Radio Prag ein Wettbewerb unter dem Namen ‚Meine tschechische Geschichte’. Darin geht es aber weniger um die Erzählung einer Geschichte, vielmehr aber um Fotos...

„Im weitesten Sinne geht es doch im die Erzählung einer Geschichte. Das bekannte Sprichwort heißt nicht umsonst ‚Ein Bild sagt mehr als tausend Worte’. Auch ein Foto kann eine Geschichte erzählen, sie ist aber nicht immer auf Anhieb für den Betrachter schlüssig. Deswegen bitten wir die Teilnehmer, eine kurze Erläuterung zu dem Foto zu geben. Denn manchmal ist es auf den ersten Blick noch nicht ganz aussagekräftig. Damit wissen wir dann, in welchem Zusammenhang das eingesendete Foto mit der ganz persönlichen tschechischen Geschichte der Teilnehmerin oder des Teilnehmers steht.“

Foto: Jukka Niittymaa,  Stock.xchng
Welche Fotos sollen die Zuhörer und die Leser denn einsenden?

„Wie der Name des Wettbewerbs bereits vermuten lässt, geht es nicht darum, beispielsweise ein besonders gelungenes Foto eines Sonnenuntergangs über der Prager Skyline einzuschicken. Wir hoffen auch nicht auf Fotos von touristischen Sehenswürdigkeiten, es sei denn, sie stehen unmittelbar im Zusammenhang mit der persönlichen Geschichte. In erster Linie geht es uns darum, dass uns die Menschen eine Geschichte aus ihrem Leben erzählen und diese mit einen Foto illustrieren. Um es konkret auszudrücken: Das Foto soll mit der Tschechischen Republik zu tun haben. Es kann zum Beispiel eine Geschichte sein, die während eines Aufenthalts in Prag geschehen ist, es kann aber auch ein Familienfoto der Verwandten unserer Hörerinnen und Hörer mit tschechischen Wurzeln sein. Andere Möglichkeiten sind Erinnerungsfotos an Freunde aus Tschechien, die man lange nicht mehr gesehen hat, oder ein Foto, das mit etwas Politischem aus der ehemaligen Tschechoslowakei verknüpft ist. Aber im Endeffekt geht es immer um die persönliche Verbindung zwischen der Teilnehmerin oder dem Teilnehmer und dem Foto.“

Wie viele Fotos darf ein Teilnehmer einsenden und wie macht er oder sie das?

„Über unsere Internetseite www.radio.cz gelangen Sie über ein kleines Banner auf einen Link zu der Seite des Wettbewerbs. Alternativ können Sie auch direkt die Seite www.radio.cz/my-czech-story aufrufen. Das ist englisch für ‚Meine tschechische Geschichte’. Dort findet man die Teilnahmebedingungen. Um es kurz zu sagen: Die Fotos sollen nicht per E-Mail eingesendet werden, sondern direkt per Upload in das Internet geladen werden. Das können Sie direkt auf der genannten Seite machen. Der Rest ist selbsterklärend. So muss jeder Teilnehmer dort seine E-Mail-Adresse eintragen, über die das Foto dann bestätigt wird. Diese kann nur einmal verwendet werden. Der Begleittext inklusive des Titels für das Foto darf nicht länger als 400 Zeichen sein. Damit wollen wir den Fokus unmittelbar auf das Bild richten und nicht auf den Text darunter. Das sollte ausreichend sein, das Foto zu erklären und in einen richtigen Zusammenhang zu stellen. Aber Buchstabenzählen ist nicht notwendig. Nach 400 Zeichen ist schlichtweg Schluss.“

Prag  (Foto: Kristýna Maková)
Wann ist denn Einsendeschluss?

„Das ist der 30. September.“

Auf welchen Preis kann sich der Gewinner freuen?

„In diesem Zusammenhang gehe ich auf unseren Partner ein, die offizielle Tourismusagentur Tschechiens, ‚CzechTourism’. Sie hat dieselbe Zielgruppe wie wir von Radio Prag, nämlich Ausländer in Tschechien und Menschen auf der ganzen Welt, die sich für die Tschechische Republik interessieren. Unsere Aufgabe ist es, über Tschechien zu informieren. Und die Agentur will Menschen gewinnen, die hierherkommen und sich das Land ansehen. Deswegen war es naheliegend, einen solchen gemeinsamen Wettbewerb durchzuführen. Die Agentur ‚CzechTourism’ vermittelt dem Gewinner einen dreitägigen Aufenthalt in Prag für zwei Personen inklusive Flugtickets. Daneben bekommen noch neun weitere Finalisten Sachpreise von uns.“

Und das war`s für heute, liebe Hörerinnen und Hörer, Auf Wiederhören in zwei Wochen. Bis dahin können Sie uns schreiben an: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Oder elektronisch an: [email protected].