Nachrichten

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Premiers der Tschechischen Republik und Sloweniens beraten über gemeinsamen EU-Beitritt ihrer Länder

Premier Milos Zeman hat am Donnerstag in Ljublana mit seinem slowenischen Amtskollegen Janez Drnovsek über ein gemeinsames Vorgehen bei der Vorbereitung beider Länder auf den Beitritt zur Europäischen Union gesprochen, den beide Länder bis Ende nächsten Jahres planen. Die Zusammenarbeit, bei der es nicht darum gehe, wer schneller sei, habe sich laut Drnovsek bewährt. Zeman fügte hinzu, dass Mitteleuropa ein einheitliches ökonomisches und kulturelles Phänomen darstelle, zu dem Slowenien ebenso wie die Tschechische Republik gehörte.

Tschechisches Außenministerium: Temelin-Stilllegung würde Milliarden kosten

Die Stilllegung des umstrittenen südböhmischen Atomkraftwerks Temelin würde nach Angaben des tschechischen Außenministeriums etwa 117,4 Milliarden Kronen (rund 6,5 Milliarden Mark) kosten. Dies geht aus der Studie über die Folgen der sogenannten "Null-Variante" für Temelin hervor, die Prag am vergangenen Wochenende der österreichischen Regierung gemäß einer Vereinbarung zur Verfügung gestellt hat und die seit Donnerstag im Internet zugänglich ist. Den größten Anteil der genannten Summe machen der Studie zufolge die bisherigen Baukosten und das Entsorgen des radioaktiven Materials aus. Der erste Reaktorblock von Temelin befindet sich seit Oktober im Probebetrieb und soll im Spätsommer den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Wegen zahlreicher technischer Störungen ist er derzeit bis voraussichtlich Ende Juni abgeschaltet.

Havel nimmt Ehrenpreis österreichischer Journalisten entgegen

Für sein Lebenswerk im Geiste von Menschenrechten, Demokratie und Toleranz ist Präsident Vaclav Havel am Donnerstag auf der Prager Burg mit dem Ehrenpreis des renommierten österreichischen Presseclubs Concordia ausgezeichnet worden. Havel dankte den Vertretern des Presseclubs dafür, dass sie im Jahr 1989 gegen seine Inhaftierung durch das kommunistische Regime protestiert hätten und reagierte auf die Preisverleihung mit den Worten: "Wenn ein Politiker, und zudem noch ein Politiker, der bereits so lange im Amt ist, eine Auszeichnung von Journalisten erhält, ist das ein Grund zur inneren Freude".

Vorsitzender der Tschechischen Ärztekammer betrachtet EU-Beitritt als große Chance für das tschechische Gesundheitswesen

Der Vorsitzende der Tschechischen Ärztekammer, David Rath sieht in dem EU-Beitritt seines Landes eine große Chance für das tschechische Gesundheitswesen und die Patienten, dass nicht nur die medizinische Technik, sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen das Niveau der entwickelten Länder erreiche. Rath sagte dies am Donnerstag in Prag auf einem Seminar über das tschechische Gesundheitssystem und den EU-Beitritt, das das EU-Informationszentrum unter der Schirmherrschaft des tschechischen Chefunterhändlers für den EU-Beitritt, Pavel Telicka, veranstaltete.

Tschechische Skinheads nach Tod eines Romas verurteilt

Zwei Skinheads, die im Mai 1998 in der nordmährischen Stadt Orlova nachts einen Roma überfallen hatten, sind wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu Haftstrafen von einem und drei Jahren verurteilt worden. Zwei weitere Skinheads erhielten Bewährungsstrafen. Die Richter verurteilten ferner den 24-jährigen Polizisten, der den auf der Straße liegenden verletzten Roma nach dem Übergriff der Skinheads überfahren hatte, zu einer 15-monatigen Bewährungsstrafe.

Die Skinheads waren wegen dieses Falles, der in den tschechischen Medien für Aufsehen gesorgt hatte, bereits 1999 zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Eine höhere Instanz hatte den Richterspruch damals jedoch aufgehoben.

Vertreter des Europarates und Abgeordnete der russischen Duma suchen in Prag nach politischer Lösung für Tschetschenien-Konflikt

Zu zweitägigen Gesprächen über eine politische Beilegung des Tschetschenien-Konfliktes kamen am Donnerstag in Prag eine Delegation der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und eine Gruppe von Abgeordneten aus der russischen Duma zusammen. Der Chef der russischen Delegation, Dmitrij Rogozhin, informierte die Nachrichtenagentur CTK darüber, dass das Treffen auf seine Initiative hin ausgerechnet in Prag stattfinde und nicht in Paris oder Genf. Es sei eine Situation entstanden, in der den Ländern Mitteleuropas ein wesentlich größeres politisches Gewicht zufallen solle als bisher, sagte Rogozhin und fügte hinzu, dass die Tschechen die Rolle eines Vermittlers bei der Annäherung zwischen dem Europarat und Russland spielen müssten.

Abgeordnetenhaus will Grabschändigung mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestrafen

Das Abgeordnetenhaus will der tschechischen Rechtsordnung eine neue Straftat hinzufügen: die "Schändigung menschlicher Überreste" soll künftig mit bis zu dreijähriger Gefängnishaft bestraft werden. Die vorgeschlagene Novelle muss noch vom Senat und vom Präsidenten gebilligt werden.

20% der tschechischen Schüler war schon Opfer von Diskriminierung

Mehr als ein Fünftel der tschechischen Acht- und Neuntklässler ist in der Schule bereits zum Opfer von Diskriminierung geworden. Dies geht aus einer in diesem Jahr abgeschlossenen wissenschaftlichen Studie hervor, die unter 11000 14-15 Jährigen Schülern durchgeführt und von der Leiterin des Krisentelefons für Schüler, Eva Vanickova, präsentiert wurde. Die Zahl der schikanierten Schüler ist Vanickova jedoch in Wirklichkeit höher, da die 14-15 Jährigen Angriffe auf die menschliche Würde wie z.B. Erniedrigung und Spott, vielfach gar nicht als Schikane erachten. Die Hilfe des Krisentelefons haben im vergangenen Jahr 3500 Kinder in Anspruch genommen, 500 mehr als im Jahr zuvor.

Vollversammlung des YMCA in Litomysl

Im Kongress-Zentrum des Schlosses von Litomysl hat gestern die Europäische Sektion der Christlichen Vereinigung Junger Menschen (YMCA) ihre Vollversammlung begonnen. Wie die Koordinatorin der Versammlung, Jana Vohralikova, der Nachrichtenagentur CTK mitteilte, werden die ca. 200 Delegierten über die Ausrichtung der Vereinigung im 3. Jahrtausend, die gemeinsame Zusammenarbeit sowie über weitere Schritte beim Bau des europäischen Trainingszentrums für die europäische Jugend diskutieren, das am Samstag in Litomysl eröffnet wird.