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Tschechisches Hochwasser hat sich nach Nordböhmen verlagert

Das Hochwasser, das am Donnerstag in Tschechien insbesondere die Region Südböhmen heimsuchte, hat sich am Freitag immer mehr in die nordböhmische Grenzregion zu Sachsen verlagert. Während die Pegelstände in Südböhmen tagsüber wieder zurückgingen, wurde entlang der Elbe bei Ústí nad Labem/Aussig die mittlere Stufe der Hochwasserwarnung ausgerufen. Hier werde der Fluss vermutlich am Samstagmorgen einen Stand von 6,50 Meter erreichen, sagte ein Behördensprecher in Prag. Dies würde die höchste Stufe der Warnung nötig machen.

Aus Südböhmen, wo vormittags noch etwa sieben Ortschaften überschwemmt waren, wurde kurz nach Freitagmittag vermeldet, dass alle zuvor vom Wasser abgeschnittenen Örtlichkeiten wieder auf dem Straßenweg erreichbar sind. Der in dieser Region entstandene Sachschaden wurde von den Versicherungen vorläufig auf rund 90 Millionen Kronen (ca. drei Millionen Euro) geschätzt. In Prag hingegen wurde die Hochwasser führende Moldau zu einer Touristenattraktion. Tausende Schaulustige verfolgten von der berühmten Karlsbrücke aus das allmähliche Steigen des Flusses. Gartenlokale und Keller in Moldau-Nähe sowie die im siebten Stadtbezirk gelegene Kaiserinsel standen größtenteils unter Wasser. Die Prager Dampfschifffahrtsgesellschaft (PPS) hat bis auf Widerruf ihren Betrieb eingestellt. Auch ein Konzert im Prager Rudolfinum, wo das Wasser in die Keller drang, musste abgesagt werden. Die höchste Warnstufe müsse jedoch vorerst nicht ausgerufen werden, sagte Oberbürgermeister Igor Nemec.

Weitere Informationen zum Hochwasser und den von ihm verursachten Schäden hören Sie im Anschluss in unserem Tagesecho.

Srba-Affäre weitet sich auf Außenministerium und Nachrichtendienst aus

Die Affäre um den vorbereiteten Auftragsmord an der Prager Journalistin Sabina Slonková, in die auch der ehemalige Sekretär des tschechischen Außenministeriums Karel Srba verwickelt ist, weitet sich immer mehr zu einer das Außenministerium belastenden Korruptionsaffäre aus. Indirekt in den Fall verstrickt sei auch der militärische Geheimdienst, meldete die Nachrichtenagentur CTK am Freitag. Wie Karel Srbas Verteidiger Miroslav Krízenecký der Agentur gegenüber bestätigte, seien sein Mandant und weitere Personen am Freitagnachmittag der Korruption beschuldigt worden. "Die Polizei hat in dieser Angelegenheit um 15 Uhr mit ihren Vernehmungen begonnen," ergänzte Krízenecký.

USA verlängerten Zollvergünstigungen für Tschechien bis zum Jahr 2006

Die Vereinigten Staaten haben die den tschechischen Firmen für den Export in die USA gewährten Zollvergünstigungen bis zum Ende des Jahres 2006 verlängert. Aus dem System der Allgemeinen Zollpräferenzen (GSP) scheidet die Tschechische Republik jedoch mit dem Vollzug ihres EU-Beitritts automatisch aus. "Das Programm betrifft ca. die Hälfte des Exports aus der Tschechischen Republik und umfasst Einsparungen von insgesamt 30 Millionen Dollar, was die Attraktivität des Exports von tschechischen Waren erhöht," erklärte ein Vertreter der staatlichen Agentur Czechtrade am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur CTK.

Wachstumstempo der tschechischen Industrieproduktion stockte im Juni

Das Wachstumstempo bei der inländischen Industrieproduktion hat sich im Juni in Tschechien mit einem Anstieg von nur 1,3 Prozent merklich verlangsamt. Für das erste Halbjahr dieses Jahres ist ein Produktionsanstieg von immerhin 4,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres zu verzeichnen. Diese Angaben wurden am Freitag vom Tschechischen Statistischen Amt veröffentlicht.

Fluggesellschaft CSA hat Personenbeförderung um 8,4 Prozent erhöht

Die tschechische Fluggesellschaft CSA hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ihre Personenbeförderung um 8,4 Prozent auf über 1,4 Millionen Reisende gesteigert. Damit wurde die Auslastung der Transportkapazität um 0,8 Prozent auf 70,4 Prozent erhöht. Zudem transportierte das Nationale Flugunternehmen von Januar bis Juni 8377 Tonnen Waren und Post, was einer Steigerung von 6,7 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Dies teilte CSA-Sprecher Daniel Plovajko am Freitag der Nachrichtenagentur CTK mit.

Tschechische Krone erzielt schwächsten Kurs seit viereinhalb Monaten

Der Wechselkurs der tschechischen Währung ist am Freitag erneut gefallen, wobei zu Geschäftsschluss mit 31,10 Kronen für einen Euro erstmals seit Ende März wieder ein Kurs über der 31-Kronen-Marke notiert wurde. Die weitere Entwicklung des Kronenkurses hänge laut Aussage von Jan Urich, dem Dealer des Bankhauses Komercní banka, davon ab, ob die tschechische Währung ihr langanhaltendes Kursniveau von 31,15 Kronen für einen Euro durchbricht, oder ob sie in ihrem Wert wieder ansteigen wird. Im ersteren Fall könne sie in nächster Zeit bis auf einen Kurs von 31,5 Kronen für einen Euro abfallen, ergänzte Urich.

Tschechischer Bergsteiger in österreichischen Alpen tödlich verunglückt

Ein tschechischer Bergsteiger ist am Donnerstag beim Absturz in den Höhen der österreichischen Alpen bei Breitenstein unweit des Semmering-Passes tödlich verunglückt. Das gab die Presseagentur APA unter Berufung auf polizeiliche Quellen am Freitag bekannt. Zur Absturzursache wurde erklärt, dass ein Trio tschechischer Bergsteiger am Donnerstag am Bauschschuss-Felsen auf einer Klettertour mit dem Schwierigkeitsgrad vier war, als sich bei einem von ihnen, einem 23-jährigen Burschen, der Sicherheitsknoten löste und er in eine Tiefe von 12 Meter fiel. Der herbeigeeilte Sanitätswagen transportierte den Verunglückten in das nächstliegende Krankenhaus in Neunkirchen, wo er allerdings in den Abendstunden seinen schweren Kopfverletzungen erlag, berichtete die Presseagentur APA.

Wie das tschechische Außenministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur CTK mitteilte, handelte es sich um eine Bergsteigergruppe aus Mähren, wobei das Opfer selbst aus Kromeríz/Kremsier stamme. Den vorläufigen Untersuchungen der österreichischen Polizei zufolge, konnte eine Schuldhaftigkeit von anderen Personen nicht festgestellt werden, hieß es.

CVVM-Umfrage: Tschechen melden Polizei mehrheitlich keine Straftaten

Eine ganze Reihe von Straftaten " insbesondere Finanzbetrug, sexuelle Nötigung und Bestechung " werden der tschechischen Polizei von den Bürgern des Landes verschwiegen bzw. nicht gemeldet. Nur einer von zehn Leuten gibt der Polizei bekannt, dass jemand von ihm Schmiergeld verlangt habe, nur einer von drei Bürgern meldet einen Finanzbetrug. Nur die Hälfte derjenigen, die physisch attackiert oder mit einem Schaden von bis zu 3000 Kronen beraubt wurden, informiert die Polizei über diese Straftat. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CVVM hervor, die von diesem im Juli durchgeführt wurde.

Prager Ordnungshüter fanden dieses Jahr bereits 114 gestohlene Autos

Die Prager Ordnungshüter haben in diesem Jahr in den Straßen der tschechischen Hauptstadt bereits 114 gestohlene Fahrzeuge entdeckt, was einem Zuwachs von 20 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Damals wurden 94 entwendete Autos gefunden, informierte der Prager Ratsherr für Verkehr, Rudolf Blazek, am Freitag die Nachrichtenagentur CTK.

Wetteraussichten

Am Samstag wird weiterhin ein Tiefdruckausläufer das Wetter in Tschechien beeinflussen. Tagsüber wird es größtenteils wolkig sein, örtlich können Schauer oder Gewitter auftreten. Die Tageshöchsttemperaturen werden Werte von 22 bis 26 Grad erreichen. In Höhenlagen über 1000 Meter werden bis zu 17 Grad Celsius erwartet.

Am Sonntag und Montag keine wesentlichen Wetterveränderungen, wobei die Bewölkung am Montag eher noch zunimmt. Die Tageshöchstwerte liegen an beiden Tagen zwischen 20 und 24 Grad Celsius. Die Nachttemperaturen bewegen sich zwischen 17 und 12 Grad Celsius.