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Präsident Zeman will Amt eines Regierungsbeauftragten für Kreise Karlsbad und Aussig errichten

Staatspräsident Miloš Zeman hat am Montag seinen dreitägigen Besuch des Kreises Karlsbad / Karlovy Vary eröffnet. Bei diesem Anlass sprach er sich dafür aus, das Amt eines Regierungsbeauftragten für die Kreise Karlovy Vary / Karlsbad und Ústí nad Labem / Aussig zu errichten, so wie es beim Mährisch-Schlesischen Kreis der Fall ist. Zeman sagte dies bei seinem Treffen mit Vertretern des Kreises am Montagvormittag. Der Aussiger Kreis hat hierzulande die höchste Arbeitslosenquote, mit einer hohen Arbeitslosigkeit müssen sich aber auch der Mährisch-Schlesische Kreis und der Karlsbader Kreis auseinandersetzen. Im letztgenannten lag die Arbeitslosenrate im vergangenen Jahr bei 9,3 Prozent. Außerdem verdient man im Karlsbader Kreis den niedrigsten Durchschnittslohn, und zwar ungefähr 21.250 Kronen (ca. 787 Euro). Der Durchschnitt für die ganze Tschechische Republik liegt bei 24.836 Kronen (920 Euro).

Zeman lehnte weiterhin die Idee ab, einen Regierungsbeauftragten für Kurwesen zu ernennen. Dennoch sagte er, man müsse dem Kurwesen große Aufmerksamkeit schenken, weil die Zahl der inländischen Patienten in Folge der unsinnigen Politik der vergangenen Regierung gesunken sei. An den Kurbetrieb seien 40.000 Arbeitsplätze gebunden, die bedroht seien, führte Zeman an.

Außenminister Tschechiens und Liechtensteins verabschieden Bericht der bilateralen Historikerkommission

Der tschechische Außenminister Jan Kohout und die liechtensteinische Außenministerin Aurelia Frick haben am Montag den Bericht der gemeinsamen Historikerkommission verabschiedet. Dazu kam es anlässlich eines Arbeitstreffens der beiden Minister in Prag. Die tschechisch-liechtensteinische Historikerkommission wurde im Zuge der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen beider Länder 2009 von den Regierungen beider Länder eingesetzt. In den vergangenen drei Jahren hat sie die gemeinsame Geschichte Böhmens, Mährens, Schlesiens und des Hauses Liechtenstein aufgearbeitet. Dabei wurde auch das Verhältnis zwischen Liechtenstein und Tschechien im 20. Jahrhundert beleuchtet. In einer gemeinsamen Erklärung zum Bericht äußerten die Minister ihren Willen, die bilateralen Beziehungen weiterzuentwickeln und durch regelmäßigen Austausch und konkrete Initiativen zu vertiefen. Die Öffnung von Honorarkonsulaten auf den beiden Seiten soll ein Schritt dazu sein.

Die beiden Länder trennte in der Vergangenheit ein langjähriger Streit um die Konfiszierung des Eigentums der Liechtensteiner auf Grund der so genannten Beneš-Dekrete nach dem Zweiten Weltkrieg. 2009 verbesserten sich die Beziehungen durch die Ankündigung des Fürsten Hans Adam II., seine Familie plane keine aktiven Schritte zur Wiedererlangung ihres Besitzes.

EU friert Fördergelder für Tschechien ein

Die Europäische Union hat rund vier Milliarden Euro für Tschechien eingefroren. Betroffen sind das Programm Unternehmen und Innovation sowie das regionale Förderprogramm Mittelböhmen. Wie die Tageszeitung „Mladá fronta DNES“ in ihrer Montagsausgabe berichtet, seien mögliche Interessenkonflikte und mangelnde Kontrolle bei der Auszahlung Grund für diese Maßnahme. Dem Blatt zufolge bestehe ein Problem darin, dass die tschechische Wirtschaftskammer mit der Kontrolle der Projekte beauftragt worden sei. Dies könnte einen Interessenkonflikt darstellen, da viele Mitglieder der Wirtschaftskammer auch gleichzeitig Unternehmer sind, die europäische Fördergelder erhalten. Dem Bericht zufolge drohe Tschechien zudem eine Strafe in Höhe von rund elf Millionen Euro.

Tschechische Nationalbank erhöht Jahresgewinn auf 73 Mrd. Kronen

Die Tschechische Nationalbank (ČNB) hat ihre Bilanz im Jahr 2013 mit einem Gewinn in Höhe von 73,2 Milliarden Kronen (2,7 Milliarden Euro) abgeschlossen. Im Vorjahr 2012 hatte die Zentralbank nur einen Gewinn von 2,9 Milliarden Kronen (107 Millionen Euro) ausgewiesen. Die neuen Zahlen veröffentlichte die Bank am Montag. Grund für die Gewinnerhöhung sind die Deviseninterventionen der Zentralbank. Mit diesen wurde im November vergangenen Jahres begonnen; das Ziel dabei ist, den Wert der Krone zu schwächen. „Die Erträge aus der Verwaltung der Devisenreserven trugen zu einem Drittel zum Gewinn bei. Zwei Drittel des Gewinns ergeben sich aus dem Kursunterschied in Folge der Marktbewertung der Devisenreserven der Zentralbank“, führte ČNB-Sprecher Marek Petruš an. Die Zentralbank will den Überschuss dafür nutzen, um Verluste aus früheren Jahren in Höhe von 124 Milliarden Kronen (4,6 Milliarden Euro) auszugleichen.

Regierung erörtert neuen Entwurf zum Beamtengesetz

Die scheidende Regierung Rusnok wird sich in dieser Woche mit ihrer eigenen Vorlage des Beamtengesetzes befassen. In der vergangenen Woche hat die Regierung den Entwurf des Beamtengesetztes abgelehnt, der von der sozialdemokratischen Partei ausgearbeitet wurde. Eben mit diesem Entwurf werden sich die Abgeordneten auf ihrer Sondersitzung am 21. Januar befassen. Präsident Miloš Zeman hat die Verabschiedung des Beamtengesetzes durch das Abgeordnetenhaus in erster Lesung als Bedingung für die Ernennung einer neuen Regierung gesetzt.

Umfrage: 52 Prozent der Bürger meinen, dass Zeman die Regierung ohne Bedingungen ernennen soll

Nach Meinung von 52 Prozent der tschechischen Bevölkerung soll Präsident Miloš Zeman die neue Regierung ernennen, ohne dabei weitere Bedingungen zu stellen. 38 Prozent der Bürger sind der Meinung, dass er den Austausch einiger Kandidaten für die Ministerposten verlangen soll. Sieben Prozent der Tschechen finden, dass der Präsident die Koalitionsregierung der Sozialdemokraten, der Christdemokraten und der Ano-Partei gar nicht ernennen soll. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Median für das öffentlich-rechtliche Fernsehen durchführte. Bei der Umfrage wurden am vergangenen Freitag und Samstag 1000 Menschen befragt. Insgesamt 49 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass das vom Sozialdemokratenchef Bohuslav Sobotka zusammengestellte Kabinett zur Stabilisierung der Verhältnisse in Tschechien beitragen wird.

LBBW verkauft tschechische Tochter

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat ihre Tochter LBBW CZ a.s. an Expobank, LLC des russischen Finanzmagnaten Igor Kim verkauft. Die entsprechenden Verträge wurden am Montag unterzeichnet. Der Kaufpreis und weitere Details wurden nicht bekannt gegeben. Der Transaktion müssen noch die tschechische Zentralbank sowie zuständige Kontrollbehörden in Deutschland und Russland zustimmen.

Die LBBW hatte die tschechische Bank im September 2008 von der österreichischen Firma BAWAG P.S.K übernommen. Die kleinere Bank hat in der Tschechischen Republik ca. 360 Angestellte und 18 Zweigstellen.

Deutsche Firma will Outletzentrum an der Autobahn D5 in Westböhmen bauen

Im Industriegebiet an der Autobahn D5 in der Nähe von Benešovice bei Tachov ist ein Outletzentrum geplant. Ein deutscher Investor will dort ab 2015 ein neues Einkaufszentrum bauen. Darüber informierte der Bürgermeister von Benešovice Miroslav Janča am Montag. Wie er anführte, solle der Bau mit dem Projektnamen Outlet Village von einer Vereinigung kanadischer Hockeyspieler finanziert werden, die in Tschechien von der Firma Smile Department Stores vertreten werde. Die Firma will rund 150 Einzelgeschäfte dort ansiedeln. Das Zentrum würde ab 2017 Arbeitsplätze für 710 Menschen aus der Region bieten, die die höchste Arbeitslosigkeit im Kreis Pilsen hat.

Interesse für Rusalka-Übertragung aus New York ist enorm groß

Zum ersten Mal in der Geschichte der Live-Übertragungen aus dem New Yorker Metropolitan Opera wird eine tschechische Oper – Rusalka von Antonín Dvořák - übertragen. Die Titelrolle singt die amerikanische Sopranistin Renée Fleming. Die Opernvorstellung wird am 8. Februar in 27 Kinos in Tschechien übertragen. Das Interesse der Zuschauer ist jedoch so groß, dass die Multikinos weitere Säle für die Live-Übertragung zur Verfügung stellen. Im populären Prager Kino Aero sei die Vorstellung seit dem Sommer letzten Jahres ausverkauft, informierte eine Kinoleiterin. Das Kino plane, so die Kinoleiterin, eine Wiederholung der Vorstellung für den 15. Februar. Die Filmvertriebsfirma Aerofilms, die die Lizenz für die Live-Übertragungen aus dem New Yorker Opernhaus besitzt, bereitet für den Rusalka-Abend eine Überraschung für Besucher vor, die mit dem Familiennamen Dvořák heißen.

Beim Künstlersymposium in Pustevny siegt Bildhauer Fridrich mit Eisskulptur „Storchfrau“

Das 16. internationale Bildhauersymposium „Schneekönigreich“, bei dem Skulpturen aus Eis geschnitzt werden, ging am Sonntag in der Ansiedlung Pustevny in den Beskiden zu Ende. Die erfolgreichste Eisskulptur mit dem Titel „Die Storchfrau oder Babišs Kreuz“ wurde von dem Bildhauer Petr Fridrich aus dem südböhmischen Boršov nad Vltavou / Payereschau geschnitzt. Die Fachjury schätzte an der Siegerskulptur das Thema, die technische Gestaltung sowie die schön gestaltete Figur. Bildhauer Fridrich ließ sich seinen Worten zufolge durch das Ökozentrum Čapí hnízdo (Storchnest) bei Benešov / Beneschau inspirieren, das dem Milliardär und Chef der Ano-Partei, Andrej Babiš, gehört. Die Skulptur symbolisiere die Macht, so der Künstler. Das Werk sei aber nicht politisch, so Fridrich.

Diesmal wurden wegen des warmen Wetters beim Symposium nur Skulpturen aus Eis geschnitzt. In einer Woche sollen Schüler in Pustevny auch Schneeskulpturen bauen.

Meteorologen warnen vor Glatteis

Die Meteorologen warnen vor Glatteis. Ab Montag 21 Uhr bis zum Dienstag 11 Uhr kann sich in der nordwestlichen Hälfte Böhmens und in Mittelböhmen Glatteis bilden. Die Warnung des Tschechischen Hydrometeorologischen Instituts gilt für die Kreise Karlovy Vary / Karlsbad, Plzeň / Pilsen, Liberec / Reichenberg und Ústí nad Labem / Aussig, für Prag sowie für acht Bezirke in Mittelböhmen.

Das Wetter am Dienstag, 14.1.: bedeckt, bis 5 Grad

Am Dienstag ist es in Tschechien überwiegend bedeckt. In Nordwestböhmen regnet es, sonst ist es nur mit örtlichen Niederschlägen zu rechnen. Der Regen kann in Schneeregen oder Schnee übergehen. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 1 und 5 Grad Celsius, in 1000 Meter-Lagen liegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt.