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General Šedivý: Tschechien kann als Umladestation palästinensischer Waffen dienen

Die Tschechische Republik kann als Umladestation palästinensischer Waffen gedient haben. Der ehemalige Chef des Generalstabs der Tschechischen Armee, Jiří Šedivý, führte dies in einem Interview gegenüber dem Server akutálně.cz am Samstag an. Er reagierte damit auf Informationen, dass im Gebäude der palästinensischen Residenz etwa siebzig Schnellfeuergewehre gefunden worden seien. Diese sollen dort ohne Erlaubnis tschechischer Behörden gelagert werden. Die palästinensische Seite hat den Fund bisher nicht erklärt, obwohl sie dazum vom tschechischen Auswärtigen Amt aufgefordert wurde. Die Polizei durchsuchte die Residenz nach einer Explosion am vergangenen Mittwoch, bei der der Botschafter tödlich verletzt wurde. Es könne sich um ein gut organisiertes Verteilungsnetz von Waffen und Sprengstoff handeln, wobei die Waffen unter dem Deckmantel diplomatischer Immunität an genaue Adressaten transportiert werden, sagte Šedivý. Ähnliche Lager könne es auch in anderen Ländern Europas geben, fügte er hinzu. Ihm zufolge handle es sich um keine kleine lokale Affäre, sondern um einen internationalen Skandal.

Tochter des palästinensischen Botschafters: mein Vater wurde ermordet

Die Tochter des verstorbenen palästinensischen Botschafters in Prag, Rana Al-Dschamal, ist überzeugt, dass ihr Vater ermordet wurde. Sie sagte dies in einem Interview gegenüber dem Tschechischen Rundfunk am Freitag. Ihrer Aussage nach sei der Safe, dessen Explosion den Diplomaten angeblich tödlich verletzt hatte, täglich gebraucht worden. Rana al-Dschamal ist überzeugt, dass eine Straftat begangen wurde. Sie wisse allerdings nicht, wer und aus welchen Gründen dahinter stehe, sagte sie gegenüber dem Tschechischen Rundfunk. Die Leiche des Botschafters wird am Montag nach Palästina überführt werden, wurde am Samstag mitgeteilt.

Ex-Premier Špidla wird als Berater von Premier Sobotka arbeiten

Der ehemalige tschechische Premierminister und EU-Kommissar Vladimír Špidla wird als Hauptberater des wahrscheinlichen künftigen Premierministers Bohuslav Sobotka arbeiten. Špidla habe sein Angebot angenommen, bestätigte Sobotka gegenüber dem Nachrichtenportal idnes.cz. Er hat sich mit Špidla am Freitagabend getroffen. Špidla war auch in engerer Auswahl für den Posten des Ministers für Arbeit und Soziales. Diesen wird nun ein anderer Sozialdemokrat übernehmen. Man spekuliert über den Regionalpolitiker aus dem Kreis Vysočina, Petr Krčál.

Babiš will am Strafverfahren wegen seiner angeblichen Stasi-Zusammenarbeit nicht teilnehmen

Der Milliardär und Parteichef der Ano-Partei, Andrej Babiš, wird am Strafverfahren nicht persönlich teilnehmen, das sich mit seiner angeblichen Zusammenarbeit mit dem kommunistischen Geheimdienst (StB) befassen wird. Babiš sagte dies am Freitag der Presseagentur ČTK. Das Verfahren wird Ende Januar in der slowakischen Hauptstadt Bratislava eröffnet. Babiš hat Klage gegen das slowakische Institut für das Nationale Gedenken (ÚPN) wegen der Akten eingereicht, in denen er als StB-Agent angeführt wird. Er bezeichnet die Unterlagen als gefälscht und hat seine Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst mehrere Male bestritten. In Tschechien würde er auf Grund dieser Akte keine so genannte Lustrationsbescheinigung erhalten. Staatspräsident Miloš Zeman kündigte im November an, er wolle keinen Minister ohne solche Bescheinigung ernennen.

Sensible Informationen der Česká spořitelna gelangen an Öffentlichkeit

In der tschechischen Bank Česká spořitelna (CS), die eine Tochter der Erste ist, sind sensible Informationen an die Öffentlichkeit gelangt. Es soll sich um Informationen über Geschäftspläne der Bank, aber auch Gehälter ihrer Manager handeln. Diese sind per E-Mails an 300 Mitarbeiter der Česká spořitelna und weitere Personen verschickt worden. Nach Angaben des tschechischen Nachrichtenportals idnes.cz solle eine wilde Scheidung einer CS-Managerin hinter der Affäre stehen, deren PC gestohlen worden sei. Die Managerin hat bestritten, die Mails selbst geschrieben zu haben. Sie wurde beurlaubt, bis die Affäre geklärt worden sei, hieß es seitens der Sparkasse CS.

Tschechische Firma EP Energy kauft Kohlekraftwerk Buschhaus und Grube Schöningen in Deutschland

Das tschechische Unternehmen EP Energy, das zur Energetický a průmyslový holding (EPH) gehört, hat von der deutschen Gruppe E.ON das niedersächsische Kohlekraftwerk Buschhaus und die Grube Schöningen gekauft. Das Geschäft wurde im September vergangenen Jahres abgeschlossen, die Transaktion sollte bis Ende des Jahres abgewickelt werden. Die Firma EP Energy gab dies nun auf ihrer Web-Seite bekannt. Das Kohlekraftwerk Buschhaus gehörte bis zu seiner Modernisierung im Jahre 2002 zu den größten deutschen Emittenten des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO2). Mit einer Leistung von rund 390 Megawatt gehört es zu den mittelgroßen Anlagen seiner Art.

Die Tschechen besitzen bereits den Braunkohleschürfer Mibrag in Sachsen-Anhalt. Nach der geplanten Schließung der Grube Schöningen im Jahr 2017 soll das Kraftwerk Buschhaus eben mit der Braunkohle aus Mibrag versorgt werden. Das Konzern EPH vereinigt mehr als 30 Firmen im Energie-Bereich, es ist der größte Wärmelieferant und der zweitgrößte Stromlieferant Tschechiens.

Zwei Männer wurden beim Absturz eines Kleinflugzeugs verletzt

Ein ziviles Kleinflugzeug vom Typ Cessna ist am Freitagabend in der Nähe der nordböhmischen Stadt Roudnice nad Labem / Raudnitz an der Elbe abgestürzt. Der Pilot und ein Passagier wurden in ein Krankenhaus eingeliefert, informierte eine Polizeisprecherin. Der Pilot selbst soll den Rettungsdienst angerufen haben. Nach Angaben der Polizei wurde ein Mann leicht und ein Mann schwer verletzt. Schlechtes Wetter gilt als Ursache des Unfalls.

Das Wetter am Sonnstag, 5 .1.: bedeckt, bis 8 Grad

Am Sonntag ist es in Tschechien bewölkt bis bedeckt, am Vormittag noch nur leicht bewölkt. Im böhmischen Landesteil kann es regnen, in der Höhe ab 1000 Meter gemischte Schauern oder Schnee. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 4 und 8 Grad Celsius, im Osten zwischen 8 und 12 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 1 Grad erreicht.