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In Tschechien hat vorgezogene Parlamentswahl begonnen

In Tschechien findet die zweitägige vorgezogene Wahl ins Abgeordnetenhaus statt. Am Freitag um 14 Uhr wurden die Wahllokale an fast 15.000 Orten der Tschechischen Republik geöffnet. Die Wähler hatten am Freitag bis 22 Uhr Zeit, ihre Stimme abzugeben. Am Samstag kann man von 8 bis 14 Uhr wählen. Um die Stimmen der mehr als 8,4 Millionen Wahlberechtigten bewerben sich 5899 Kandidaten - eine Rekordzahl. Die Bürger können insgesamt 23 Parteien und Plattformen ihre Stimme geben.

Zeman: Gespräche zur Regierungsbildung erst nach Konstituierung des Abgeordnetenhauses

Präsident Miloš Zeman will die Gespräche über die Regierungsbildung erst nach der Konstituierung des neuen Abgeordnetenhauses aufnehmen. Dabei werde er die Wahlergebnisse respektieren und einen Vertreter der Siegespartei beauftragen, so Zeman. In die Koalitionsgespräche wolle er sich nicht einmischen, sollte aber der Sieger Probleme mit der Bildung einer Koalition haben, sei er bereit, ihm zu helfen. Zeman sagte dies am Freitag in Prag, nachdem er seine Stimme in der vorgezogenen Abgeordnetenwahl abgegeben hatte.

In vier Städten Deutschlands kann zum tschechischen Abgeordnetenhaus gewählt werden

In vier deutschen Städten können tschechische Bürger ihre Stimme für die Wahl ins tschechische Abgeordnetenhaus abgeben. In den tschechischen diplomatischen Vertretungen in Berlin, München, Dresden und Düsseldorf wurden Wahllokale eingerichtet. Bei der vergangenen Parlamentswahl im Jahr 2010 haben 348 tschechische Wähler die Möglichkeit genutzt, in Deutschland an die Wahlurnen zu gehen. Ein größeres Interesse herrschte bei der Präsidentenwahl im Januar dieses Jahres, bei der 403 Tschechen in der ersten und 735 Bürger in der zweiten Wahlrunde die Wahlmöglichkeit im Ausland nutzten. Die Stimmen der Tschechen im Ausland werden dem Wahlkreis Mittelböhmen zugeordnet.

Rektoren boykottieren Teilnahme an Feierlichkeiten zum 28. Oktober

Die Rektoren der 26 öffentlichen Hochschulen Tschechiens haben mehrheitlich ihre Teilnahme an den Feierlichkeiten zum Staatsfeiertag am 28. Oktober auf der Prager Burg abgesagt. Die Hochschulchefs haben sich dazu entschieden, nachdem Staatspräsident Miloš Zeman zwei ihrer Kollegen aus Brno / Brünn und České Budějovice / Budweis nicht eingeladen hatte.

Das Kollegium habe sich entschieden, eine Politisierung des akademischen Bodens kategorisch abzulehnen, teilte der stellvertretende Vorsitzende der Rektorenkonferenz, Ivo Medek, mit. Um die Hochschulleiter zu unterstützen, verweigern auch Oberbürgermeister Prags Tomáš Hudeček (Top 09), Pilsens Martin Baxa (ODS) Jihlavas / Iglaus Jaroslav Vymazal (ODS) ihre Teilnahme am Empfang auf der Prager Burg.

Zeman: Rektor der Masaryk-Universität hat Staatsoberhaupt beleidigt

Präsident Miloš Zeman fühlt sich beleidigt seitens des Rektors der Masaryk-Universität in Brünn Mikuláš Bek. Bek hatte Zemans Vortrag an der Universität im September dieses Jahres verboten. Grund dafür war seine Befürchtung vor einer Wahlagitation. Deswegen sei der Rektor nicht zur Feier am Staatsfeiertag auf der Prager Burg eingeladen worden, sagte Zeman vor Journalisten am Freitag in Roudnice nad Labem. Den Beschluss des Rektors bezeichnete er als Beleidigung eines Staatsoberhauptes.

Der Rektor der Südböhmischen Universität in České Budějovice / Budweis, Libor Grubhoffer, wurde nicht eingeladen, weil er seine Teilnahme an der feierlichen Urkundenverleihung an neue Professoren im Juni verweigerte. Er brachte dadurch damals seine ablehnende Haltung zum Vorgehen von Präsident Miloš Zeman bei der Ernennung der Professoren zum Ausdruck.

Premier Rusnok: Abhören von Staatschefs souveräner Länder unzulässig

Der tschechische Premier Jiří Rusnok bezeichnete das Abhören von Telefongesprächen souveräner Staatschefs als unzulässig. Das sagte Rusnok am Rande des EU-Gipfels in Brüssel und reagierte damit auf die Meldung, dass die US-Geheimdienste das Handy der deutschen Kanzlerin Angela Merkel abgehört haben sollen. Er habe keine Sicherheit, dass nicht auch die tschechischen Staatsvertreter abgehört worden seien, so der Premier weiter.

Martin Roman verlässt Aufsichtsrat des Energiekonzerns ČEZ

Der ehemalige Generaldirektor des halbstaatlichen Energiekonzerns ČEZ, Martin Roman, verlässt den Aufsichtsrat des Unternehmens. Am Freitag trat er von seinem Posten als Aufsichtsratsvorsitzender zurück. Roman war seit fast zehn Jahren in der Leitung des größten tschechischen Energieunternehmens tätig, seit 2011 als Vorsitzender des Kontrollorgans. Der Posten des Vorsitzenden soll erstmal unbesetzt bleiben. Als neue Mitglieder des Aufsichtsrats wurden Michal Mejstřík und Jan Mareš gewählt.

Arzt Tomáš Zima zum neuen Rektor der Karlsuniversität gewählt

Der akademische Senat der Karlsuniversität in Prag hat am Freitag einen neuen Rektor bestimmt. Nach drei Runden stand der ehemalige Dekan der ersten medizinischen Fakultät und jetzige Leiter des Instituts für klinische Biochemie und Labordiagnostik, Tomáš Zima, als Sieger fest. Der 47jährige Arzt erhielt 42 der insgesamt 70 Stimmen von Mitgliedern des akademischen Senats. Ab Februar 2014 wird er Václav Hampl ablösen und bis 2018 an der Spitze der Karlsuniversität stehen. Neben Zima kandidierten noch der Prorektor Stanislav Štech und der Dekan der Philosophischen Fakultät Michal Stehlík.

Rückruf für Insulinpräparat NovoMix 30

Das tschechische Gesundheitsministerium ruft Insulinpräparat NovoMix 30 zurück. Beim Arzneimittel ist das Hormon in drei Chargen deutlich zu hoch oder zu niedrig dosiert worden, teilte das Staatliche Institut für Arzneimittelkontrolle mit. Der Rückruf bezieht sich auf die Chargen CP51095, CP50904, und CP50650. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums seien etwa 2500 Patienten bedroht, die diese Präparate zu Hause haben können. Tschechien schließt sich einem europaweiten Rückruf für das Insulinpräparat an.

Hausbesetzer okkupieren Gebäude im Prager Stadtzentrum

Eine große Gruppe Hausbesetzer hat am Donnerstagabend ein leerstehendes Gebäude in Prag zwischen dem Hauptbahnhof und dem Wenzelsplatz okkupiert. Das Gebäude gehört dem Justizministerium, das noch am Abend die Polizei zur Hilfe rief. Die Aktion wurde von der Hausbesetzer-Initiative „Erinnerungen an die Zukunft“ koordiniert, die in dem Gebäude ein Sozialzentrum einrichten möchte. Die Besetzer hängten Plakate an die Fassade mit Sprüchen wie „Hausbesetzen ist kein Verbrechen“ und „Besetz mich und lebe“.

Die Angaben über die Teilnehmer an der Aktion schwanken zwischen 200 und 60 Aktivisten, gegen Morgen nahm die Polizei die verbliebenen etwa 30 Hausbesetzer in Gewahrsam.

Fußball Europa League: Liberec spielt Unentschieden gegen Sevilla

Slovan Liberec trennte sich am Donnerstagabend im Gruppenspiel der Europa League 1:1 unentschieden vom FC Sevilla. Lange lagen die Nordböhmen nach einem Tor von Michal Rabušic in Führung. In der 78. Minute aber musste Torwart Přemysl Kovář mit Rot vom Platz, nachdem er einen Konter der Spanier nur durch eine Notbremse stoppen konnte. Mit nur noch zehn Mann hielten die Tschechen den Spielstand fast bis zum Ende, zwei Minuten vor Schluss aber gelang Sevilla der Ausgleich.

Slovan Liberec belegt nun in der Gruppe H mit zwei Punkten Rückstand den zweiten Platz hinter dem FC Sevilla, vom Gruppendritten SC Freiburg trennen die Nordböhmen drei Punkte.

Tennis: Kvitová verliert zweites Gruppenspiel im Masters gegen Williams

Petra Kvitová hat ihr zweites Gruppenspiel im Masterstunier in Istanbul gegen Serena Williams aus den USA mit 2:6 und 3:6 verloren. Gegen die exzellent aufspielende Amerikanerin konnte die Tschechin nur im zweiten Satz ein wenig gegenhalten, es gelang ihr aber nicht, das Spiel zu drehen. In der letzten Begegnung der roten Gruppe wartet nun die Deutsche Angelique Kerber auf Kvitová. Für beide geht es bei dem Aufeinandertreffen um den Einzug ins Halbfinale.

Das Wetter am Samstag, 26.10.: bedeckt, bis 22 Grad

Am Samstag ist es in Tschechien größtenteils klar, am Vormittag können sich – besonders im mährischen Landesteil – niedrig hängende Wolken oder Nebel bilden. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 18 und 22 Grad Celsius, bei aufreißender Wolkendecke bis 16 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 16 Grad Celsius erreicht.