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PLO warnt vor Verlagerung der tschechischen Botschaft in Israel nach Jerusalem

Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) hat den Vorschlag von Staatspräsident Miloš Zeman abgelehnt, dass Tschechien seine Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlagert. Der palästinensische Chefunterhändler in den Friedensgesprächen mit Israel, Saeb Erekat, warnte, dass dieser Vorschlag die Bemühungen um eine Übereinkunft beider Seiten gefährden könnte. Erekat appellierte an die Arabische Liga und weitere Organisationen, deswegen ein Sondertreffen auf Ministerebene anzuberaumen.

Zeman hatte seinen Vorschlag am Montag bei einem Festival israelischer Kultur im ostböhmischen Hradec Králové / Königgrätz unterbreitet. Kein Land unterhält bisher eine Botschaft in Jerusalem, da die Stadt im Nahost-Konflikt eine zentrale Rolle spielt. Miloš Zeman ist bekannt dafür, Israel zu unterstützen. Am Montag reist er zu einem Besuch in das Land.

Kartellamt kassiert Vertrag der Tschechischen Bahnen mit ÖBB ein

Das tschechische Kartellamt hat einen Mietvertrag zwischen den Tschechischen Bahnen und den Österreichischen Bundesbahnen aufgehoben. Der Beschluss der Behörde ist aber noch nicht rechtskräftig. Die Wettbewerbshüter bemängelten, dass der Vertrag ohne öffentliche Ausschreibung abgeschlossen wurde. Auf Grundlage des Vertrags haben die Tschechischen Bahnen elf Siemens-Lokomotiven vom Typ Taurus gemietet. Die Tschechischen Bahnen hatten argumentiert, es handle sich um ein Tauschgeschäft. Das Kartellamt sah dies hingegen nicht gegeben. Bei dem Geschäft mit einem Wert von mehreren Dutzend Millionen Kronen im Jahr liege die einzige Gegenleistung der tschechischen Seite in der regelmäßigen Reinigung der Lokomotiven, hieß es.

Gegen das Übereinkommen aus dem Jahr 2008 hatte der tschechische Hersteller Škoda Transportation Einspruch eingelegt. Den Tschechischen Bahnen droht nun eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet bis zu 160.000 Euro.

Top 09 und Piratenpartei siegen bei fiktiver Schülerwahl ins Abgeordnetenhaus

Drei Wochen vor den vorgezogenen Neuwahlen ins Abgeordnetenhaus haben 50.000 tschechische Schüler an einer fiktiven Probewahl teilgenommen. Es siegte die konservative Partei Top 09 mit 17,8 Prozent der Stimmen. Fast ebenso viel Zustimmung erhielt die Piratenpartei mit 17,7 Prozent. An dritte Stelle kam die Bewegung Ano 2011 des Milliardärs Andrej Babiš mit 13,4 Prozent. Für die Sozialdemokraten (ČSSD) entschieden sich 8 Prozent der Schüler, gefolgt von der rechtsradikalen Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit (DSSS) mit 7,1 Prozent. Als letzte würde die Demokratische Bürgerpartei (ODS) mit 6,2 Prozent den Einzug ins Abgeordnetenhaus schaffen.

An der Wahl nahmen Schüler über 15 Jahre aus 434 Oberschulen Tschechiens teil. Die fiktiven Abgeordnetenhauswahlen unter den Schülern wurden von der Menschenrechtsorganisation Člověk v tísni (Mensch in Not) im Rahmen eines Bildungsprojekts durchgeführt.

Umfrage: Tschechische Bürger unzufrieden mit der EU-Mitgliedschaft

Die tschechischen Bürger sind weniger zufrieden mit der EU-Mitgliedschaft ihres Landes als noch zuletzt. Nur 41 Prozent der Befragten sagten in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Stem, sie würden die Mitgliedschaft unterstützen. Das ist der niedrigste Wert seit dem EU-Beitritt Tschechiens im Jahr 2004. Im April dieses Jahres hatte die Zufriedenheit zwischenzeitlich bei 48 Prozent gelegen.

Laut der neuen Umfrage hält nur ein Drittel der Tschechen die Entwicklung in der Union für richtig. 55 Prozent der Befragten glauben hingegen, dass die EU den tschechischen Interessen schade. Zustimmung zur Mitgliedschaft äußerten am ehesten die Wähler der beiden konservativen Parteien Top 09 und ODS (Demokratische Bürgerpartei). Kritik kam vor allem von den Anhängern der Kommunisten, aber auch der Sozialdemokraten und der Staatspräsident Zeman nahestehenden SPOZ.

Ex-Präsident Klaus fordert Tschechien zum Austritt aus EU auf

Der ehemalige tschechische Staatspräsident Václav Klaus hat Tschechien in seinem neuesten Buch dazu aufgefordert, aus der EU auszutreten. Die Mitgliedschaft in der Union trage zu allem Schlechten bei, unter dem die tschechische Gesellschaft, Politik und Wirtschaft leiden würden, sagte Klaus in einem Interview für die Tageszeitung Mladá Fronta Dnes am Donnerstag.

Im Interview äußerte sich der Ex-Präsident auch zu den bevorstehenden Neuwahlen in Tschechien. Seiner Meinung nach müsse die Rechte mit einer vernichtenden Niederlage rechnen, vor allem die Bürgerdemokraten (ODS), die von Klaus mitbegründet wurden. Er sei bereit, mit der ODS zusammenzuarbeiten, sie müsse aber nach den Wahlen aus ihrer Niederlage grundlegende Konsequenzen ziehen, so Klaus.

Bildungsministerium möchte mehr englische Sendungen im Kinderfernsehen

Das Bildungsministerium möchte, dass im neuen Kinderkanal des öffentlichen-rechtlichen Tschechischen Fernsehens mehr Sendungen auf Englisch laufen. Darüber wolle man bei den nächsten Gesprächen mit der Leitung des Senders reden, wie das Ressort nach einem Treffen des geschäftsführenden Bildungsministers Dalibor Štys mit Vertretern von Mittelschulen bekanntgab. Bei Sendungen für ältere Kinder sei eine Ausstrahlung im englischen Original mit Untertiteln wünschenswert, sagte Štys am Freitag. Die Schüler hatten sich selbst dafür eingesetzt. Sie verweisen darauf, dass dies beispielsweise in Schweden, Dänemark und Finnland so praktiziert wird und die Menschen dort besser Englisch sprächen.

Ausstellung „Deutsches Design. Vergangenheit – Gegenwart“ in Prag

Eine Ausstellung mit dem Namen „Deutsches Design. Vergangenheit – Gegenwart“ wird an diesem Freitag in der Galerie des Tschechischen Zentrums in Prag eröffnet. Es ist die bislang größte Retrospektive deutschen Designs von der Jahrhundertwende bis in die Gegenwart in Tschechien. Anhand von Stücken der Neuen Sammlung des Internationalen Design-Museum in München wird die Entwicklung des ost- und westdeutschen Produkt- und Industriedesigns dokumentiert. Der zweite Teil präsentiert unter dem Titel Rejected/Accepted Arbeiten junger deutscher Designer.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit der Tschechischen Zentren in Prag und München mit dem Verein „Czechdesign“ sowie der Neuen Sammlung der Pinakothek der Moderne München.

Fußball: Liberec gewinnt in Europa League gegen Estoril

Der tschechische Fußballverein Slovan Liberec hat sein zweites Spiel in der Europa League gewonnen. Am Donnerstag besiegten die Nordböhmen vor eigenem Publikum den portugiesischen Klub Estoril Praia mit 2:1. Im ersten Spiel hatte Liberec beim SC Freiburg ein 2:2-Unentschieden erkämpft. Der tschechische Vertreter belegt in der Gruppe H daher nun mit vier Punkten den zweiten Rang hinter dem FC Sevilla.

In der Partie gegen Estoril gingen die Gastgeber nach 15 Minuten durch Josef Šural in Führung. Luís Leal gelang kurz vor der Pause der Ausgleich, obwohl Bruno Miguel zuvor vom Platz gestellt worden war. Radoslav Kováč sorgte letztlich für den Heimsieg, auch wenn Liberec in der Schlussphase noch die Gelb-Rote Karte für Isaac Sackey verkraften musste.

Tennis: Berdych und Kvitová im Halbfinale von Peking

Sowohl Tomáš Berdych als auch Petra Kvitová sind beim Tennisturnier von Peking ins Halbfinale eingezogen. Berdych besiegte im Viertelfinale den Amerikaner John Isner mit 7:5 und 6:2. Im Halbfinale wartet am Samstag nun Rafael Nadal auf die Nummer eins des tschechischen Herren-Tennis.

Petra Kvitová, Nummer eins bei den tschechischen Damen, besiegte im Viertelfinale die Chinesin Li Na. Kvitová verlor zwar den ersten Satz mit 4:6, konnte sich dann aber in das Match zurückkämpfen und entschied die beiden nächsten Sätze mit 6:2 und 6:4 für sich. Im Halbfinale trifft sie auf die Serbin Jelena Jankovic.

Tischtennis: Männerteam scheitert bei EM schon in erster Runde

Bei der Tischtennis-Europameisterschaft im österreichischen Schwechat ist das tschechische Männerteam bereits in der ersten Runde gescheitert. Die Mannschaft um Ex-Bundesligaspieler Petr Korbel verlor am Freitag gegen Griechenland mit 1:3. Nationaltrainer Tomáš Demek sprach danach von einer großen Enttäuschung. Die Tschechen spielen nun um die Plätze neun bis zwölf und treffen dabei als nächstes auf Spanien.

Den einzigen Punkt bei der Niederlage gegen Griechenland erzielte Dmitrij Prokopcov, der seinen Gegner Patajotis Jonis in fünf Sätzen besiegte. Die drei weiteren tschechischen Nationalspieler, die zum Einsatz kamen, mussten sich hingegen jeweils geschlagen geben. Petr Korbel, der nach einem Jahr Pause ins Nationalteam zurückkehrte, unterlag dabei in vier Sätzen Konstantinos Papageorgiou.

Das Wetter am Samstag, 5.10.: schön, nur im Westen Regen, bis 15 Grad

Am Samstag ist es in Tschechien zunächst überall wolkenlos oder heiter. In Westböhmen werden dann aber im Laufe des Tages die Wolken dichter, und am Abend setzt dort örtlich leichter Regen ein. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 11 und 15 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden bis zu 10 Grad, im Böhmerwald sogar 15 Grad Celsius erreicht.